PROGNOSEN: 8 MYTHEN ÜBER DIE ZUKUNFT VON FITNESS

Während Fit-Tech-Unternehmen und Medienexperten sich regelrecht darum reißen, „die neue Normalität" zu prognostizieren und das Ableben herkömmlicher Fitnessstudios zu verkünden, werden zweifelhafte Schlüsse über die Zukunft unserer Branche gezogen. Doch was sagen uns die Zahlen? In diesem Artikel gehen wir auf 8 Mythen zur Zukunft der Fitnessbranche ein.

„Fitnessstudios waren gestern. So trainieren wir in Zukunft“ (Fast Company)

„Ist die Ära Fitnessstudio vorbei? Warum Home-Workouts gekommen sind, um zu bleiben“ (Wall Street Journal)

„Training in Corona-Zeiten: Kein Weg zurück ins Fitnessstudio“ (BBC)

Das sind nur drei der zahlreichen Schlagzeilen, die in den vergangenen Monaten das Ende von Fitnessstudios vorhergesagt haben und davon ausgehen, dass der Boom digitaler Fitnessangebote im Jahr 2020 das Fitnessstudio, wie wir es kennen, „vom Platz gefegt“ hat.

Negativschlagzeilen zu Fitnessstudios sind nichts Neues, auch nicht in Zeiten des Booms. In Anbetracht anhaltender Lockdowns und PR-Aktionen üppig finanzierter Fit-Tech-Unternehmen war es wohl unvermeidlich, dass sie auftauchen würden.

Mit dubiosen Umfragen und abstrakten Analogien hausieren gehend, ist eine Vielzahl von „Prognosen“ aufgetaucht, die uns erzählen, dass „X das neue Y“ und „Z sowas von 2019“ ist.

Die Flut von Negativschlagzeilen und ein seltsam unterwürfiger Journalismus – viele der oben genannten Schlagzeilen ziehen ihre pauschalen Schlussfolgerungen auf Grundlage einer einzigen Umfrage oder einer zitierten Quelle (oft aus Eigeninteresse heraus) – machen es immer schwieriger, Fakten von Fiktion zu unterscheiden.

Was sagen uns also die konkreten Zahlen? Und was können wir von den Ländern lernen, die es bereits aus der Pandemie geschafft haben? In diesem Artikel gehen wir auf 8 Mythen zur Zukunft der Fitnessbranche ein:

Mythos 1: Home Workouts sind „die neue Normalität“

Die wachsende Beliebtheit von Home Workouts ist keine Entwicklung, die durch COVID-19 entstanden ist, sondern ein Trend, der sich schon lange Zeit abzeichnet und nun beschleunigt wurde.

Die Global Consumer Fitness Survey 2019 ergab, dass 85 Prozent der Fitnessstudiomitglieder ergänzend von zu Hause aus trainieren – diese Zahlen stammen aus Zeiten vor COVID-19. Der Markt für Home Workouts ist ein riesiges Segment mit starkem Wachstum, das neue Mitglieder in die Studios zieht und bis zu Jack LaLanne und Jane Fonda zurückreicht.

Home Workouts waren ein fester Bestandteil der „alten Normalität“. Durch Tech-Giganten, die vermehrt auf digitale Fitnessangebote setzen, wird die Messlatte jedoch zunehmend höher gelegt. Wie wir in Ländern wie China und Neuseeland gesehen haben, die Corona bereits hinter sich gelassen haben, müssen auch Fitnessstudios ihr Mitgliedererlebnis verbessern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Verbraucher von heute wünschen sich ein nahtloses, vernetztes Trainingserlebnis, das zu ihrem Lebensstil passt und es ihnen ermöglicht, nach ihren Bedingungen zu trainieren. Das ist in der Regel eine Kombination aus Home Workouts und Training im Studio – selbst bei denjenigen, die bereit sind, viel für ihr Training im Studio auszugeben.

Eine im Juli 2019 von Mindbody durchgeführte Umfrage unter Peloton Nutzern ergab, dass 88 Prozent von ihnen auch weiterhin an Live-Kursen teilnehmen, wobei 75 Prozent von ihnen wöchentlich in einem Fitnessstudio trainieren.

Mythos 2: Nach der Pandemie möchte keiner mehr in einem Fitnessstudio trainieren

Trotz der Medienberichte, dass der von Corona verursachte Boom im Bereich Home Fitness das Ende konventioneller Fitnessstudios bedeuten würde, zeigen Umfragen deutlich, dass die Mehrheit der Mitglieder es kaum erwarten kann, wieder in ihrem Fitnessstudio zu trainieren. Ein IHRSA-Bericht (Oktober 2020) ergab, dass 95 % aller Fitnessstudiomitglieder mindestens einen Aspekt ihres Fitnessstudios vermissen und über die Hälfte mit ihrem Fitnesstraining im Lockdown nicht zufrieden ist.

Betreiber in China, Japan, Neuseeland und den Vereinigten Arabischen Emiraten erreichten in den vergangenen Monaten über 95 Prozent der Auslastung, die sie vor Corona verzeichnet hatten. Ein kürzlich veröffentlicher ClubIntel Bericht, in dem 2.000 Studiomitglieder in den USA befragt wurden, ergab, dass die meisten Betreiber in den ersten Monaten nach der Wiedereröffnung mit einer Mitgliederzahl zwischen 65 und 84 % rechnen können, wobei eine Spanne von 75 bis 80 % am wahrscheinlichsten ist.

Der CEO von Planet Fitness, Chris Rondeau, sagt voraus, dass die USA nach der Pandemie auf einen Fitness-Boom zusteuern, „wie wir ihn noch nie erlebt haben.“ Er sagte, dass die 14 Millionen Mitglieder stetig in die 2.000 Planet Fitness Filialen zurückkehren und dass 90 Prozent der Filialen bereits wieder geöffnet haben.

„Die Leute sind Corona-müde“, sagte Rondeau gegenüber Business Insider. „Sie kommen endlich wieder raus und schließen sich mit anderen zusammen. Aktuell verzeichnen wir keine erhöhten Kündigungszahlen. Ich bin zuversichtlich, dass wir im ersten Quartal damit beginnen werden, Mitglieder hinzuzugewinnen und ein breites Wachstum zu verzeichnen. Und ich bin froh, dass wir das vergangene Jahr jetzt hinter uns lassen können.“

Laut dem COVID-19 Impact Report von ukactive und 4global möchten in Großbritannien neun von zehn Mitgliedern ihr Fitnessstudio bzw. ähnliche Einrichtungen wieder besuchen. Unter Verwendung von Modellen, die auf Millionen von Mitgliederbesuchen basieren, in Kombination mit mehreren Verbraucher- und Marktumfragen, ergab der Bericht, dass 88 % der Fitnessstudiomitglieder ihre Einrichtung nach der Wiedereröffnung in gleichem Maße oder mehr als zuvor nutzen würden.

Mythos 3: Digitale Plattformen und Fitnessstudios kämpfen um dasselbe Stück von der Geburtstagstorte

Ein weiteres wiederkehrendes Thema, das von bestimmten Fit-Tech-Unternehmen in den Fokus gerückt wird, ist, dass digitale Fitnessangebote herkömmliche Fitnessstudios langfristig vom Platz fegen und ihnen die Mitglieder wegschnappen werden. Doch die Zahlen sagen etwas anderes: Tatsächlich tragen beide Segmente dazu bei, den Markt zu vergrößern und mehr Menschen für Fitness zu gewinnen.

Während die digitale Fitnessrevolution in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen hat, sind Fitnessstudiomitgliedschaften und Penetrationsraten weiterhin gestiegen. Europa – ein Markt, der schon früh auf digitale Lösungen gesetzt hat – verzeichnete zwischen 2009 und 2019 ein Wachstum der Mitgliederzahlen von 66 Prozent. In den USA stieg die Nutzung von Fitnessstudios zwischen 2010 und 2019 um 45 Prozent. Das ist ein Anstieg von 4,6 Milliarden Studiobesuchen im Jahr 2010 auf 6,7 Milliarden Besuche im Jahr 2019.

Schätzungsweise 375.000 Fitness-Apps auf dem Markt beweisen, dass digitale Fitnesslösungen immer mehr Menschen für Fitness begeistern. In diesen Zeiten ist jede Person mit Internetanschluss ist ein potenzieller Neukunde. Indem sie das Trainingserlebnis aus dem Studio zu den Mitgliedern nach Hause bringen, haben Studiobetreiber die Chance, auch Zielgruppen zu erreichen, die sonst kein Fitnessstudio besuchen würden und ihnen zu einem gesünderen und aktiveren Lebensstil zu verhelfen. Eigenständige digitale Lösungen wie Livestreaming- und On-Demand-Angebote sind eine großartige Möglichkeit für Fitnessstudios, um online neue Zielgruppen zu erschließen, die Markenaffinität zu steigern und die Neumitglieder schließlich in Vollmitglieder des Studios zu verwandeln.

Eine Umfrage des Beratungsunternehmens Alliance Leisure ergab, dass 96 Prozent der Verbraucher, die während des Lockdowns ein Workout eines Fitnessstudios ausprobierten, angaben, das Studio bei der Wiedereröffnung nutzen zu wollen. Gleichzeitig ergab eine Umfrage unter 9.000 LES MILLS On Demand Nutzern im November 2020, dass 63 % der Nicht-Mitglieder Interesse haben, Les Mills Live-Kurse in einem Fitnessstudio auszuprobieren.

Mythos 4: Fitnessstudios sind Tech-Giganten unterlegen

Das Aufkommen leistungsstarker digitaler Fitnessangebote von Unternehmen wie Apple und Google wird das Leben für Studiobetreiber sicherlich nicht einfacher machen. Mit jeder neuen Herausforderung an das klassische Studiomodell ergeben sich jedoch neue Möglichkeiten. Fitnessstudios haben vielleicht nicht die finanziellen Mittel oder die Markenstärke der großen Technologieunternehmen, doch sie haben ein Ass im Ärmel, das Tech-Giganten noch nicht bieten können: starke Gemeinschaften, die aus Live-Trainingserlebnissen entstehen.

Digitale Fitnesslösungen sind ohne Frage eine wichtige Säule des Erfolgs von Fitnessstudios geworden, doch es ist die Kombination aus digitalen und Live-Kursen, mit denen Fitnessstudios sich von der Konkurrenz abheben. Wichtig ist es, hochwertige On Demand-Inhalte und Livestreams anzubieten, die motivierend sind, Spaß machen und Resultate liefern. Schließlich ist YouTube randvoll mit kostenlosen, durchschnittlichen Fitness-Inhalten. Um dagegen anzukommen, muss das Angebot von Fitnessstudios Weltklasse sein – damit Nutzer ihnen erhalten bleiben und bereit sind, für ihre Inhalte zu bezahlen.

Studios, die ihren Mitgliedern hochwertige, digitale Lösungen bieten, werden die Mitgliederbindung stärken können. Eine Umfrage von LMOD im Jahr 2020 ergab, dass 92 Prozent der Mitglieder, die sich über ihr Fitnessstudios bei der Plattform anmelden, es als äußerst positiv (70 %) oder ziemlich positiv (22 %) bewerten, dass ihr Studio diese Lösung anbietet.

„Die meisten Studios“, so Keith Burnet, CEO von Les Mills Global Markets, „werden große Schwierigkeiten haben, sich gegen die weltweit erfolgreichsten Boutique-Studios durchzusetzen oder ein Produkt auf den Markt zu bringen, das Apple oder Google Produkten ernsthafte Konkurrenz macht. Doch Mitgliedern ein integriertes Trainingserlebnis zu bieten, das das Beste aus beiden Welten vereint, sollte das Ziel eines jeden Studiobetreibers sein.

Ähnlich wie bei Supermärkten wünschen sich Verbraucher eine All-in-One-Lösung für ihr Fitnesstraining. Studios sollten überzeugende Mischlösung anbieten, die die Motivation und soziale Komponente von Live-Trainingserlebnissen mit dem Komfort digitaler Home Workouts vereinen. Mit einer ganzheitlichen Fitnesslösung, die weder Apple, noch Boutique-Studios entwickeln können, bringen sich Studios in eine starke Position, um ihre Mitglieder an sich zu binden – und neue für sich zu gewinnen – indem sie sie dabei unterstützen, so zu trainieren, wie sie wollen.“

Mythos 5: Instruktoren werden nicht mehr gebraucht

Gruppenfitness-Instruktoren haben die Lockdowns besonders hart getroffen. Viele befürchten bereits, dass sie irgendwann durch KI-Coaching und Superstar-Livestreamer ersetzt werden. Doch tatsächlich werden Instruktoren ein wichtiger Bestandteil des zukünftigen Wachstums der Fitnessbranche sein – eine Branche, die auf sozialen Interaktionen basiert.

Nachdem die Menschen das Jahr 2020 überwiegend in Isolation verbracht haben, werden sie sich nach dem Ende der Pandemie nach Verbindungen auf persönlicher Ebene mit Marken und gleichgesinnten Konsumenten sehnen. Die Rolle von Instruktoren wird hier der Schlüssel sein, um im Rahmen persönlicher Live-Kurse starke Gemeinschaften zu bilden. Indem sie zu sozialen Knotenpunkten für diese Gemeinschaften werden, können Studios die Rolle übernehmen, die früher von Kneipen oder Gotteshäusern ausgefüllt wurde, deren Zahl zunehmend schrumpft.

Die wachsende Beliebtheit persönlicher Trainingsangebote wird Instruktoren zum Herzstück dieser Trainingserlebnisse machen, bei denen sie fachliche und zwischenmenschliche Fähigkeiten mit effektiven Resultaten vereinen werden. Im Zeitalter der Automatisierung und digitalen Umwälzung, sind motivierende Instruktoren mit einer besonderen Persönlichkeit der einzige USP eines Fitnessstudios, den die Konkurrenz nicht kopieren kann. Ein einzelner großartiger Instruktor kann hunderte Mitglieder anziehen und ans Studio binden – ein ganzes Team kann die Zukunft des Studios bestimmen.

Angesichts des hohen Stellenwerts, den die Millennials und die Gen Z einem sozialen Trainingserlebnis bei der Wahl des Trainingsortes beimisst, wird die Fähigkeit der Instruktoren, zu inspirieren und zu motivieren, der Schlüssel zum Erfolg von Fitnessstudios im nächsten Jahrzehnt sein. Wenn Millennials und die Gen Z entscheiden, wo sie Gruppenfitnesskurse absolvieren, dann ist der Mehrheit die Qualität der Instruktoren am wichtigsten. 37 % geben an, dass dies der für sie wichtigste Faktor bei der Entscheidung ist, ob sie eine Class besuchen oder nicht (Global Consumer Fitness Survey 2019).

Mythos 6: Fitnessstudios sind elitär und dienen nicht der breiten Gesellschaft

Einer der Lichtblicke im Jahr 2020 ist das neue Bewusstsein für Gesundheit und Fitness, das Regierungen und die Gesellschaft im Allgemeinen entwickelt hat. Weit davon entfernt, als Nischensegment für die Elite behandelt zu werden, werden Fitnessstudios zunehmend als Rückgrat unserer Gesellschaft anerkannt, welches eine wichtige Rolle bei der Förderung der körperlichen und geistigen Gesundheit spielt.

Initiativen von Organisationen wie IHRSA, ukactive, EuropeActive und HCM Magazine – die eng mit Fitnessstudios und Instruktoren zusammenarbeiten – haben zu Gewinnen und diversen positiven Schlagzeilen für die Branche geführt. Viele Länder in Europa haben Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen aufgrund ihrer Wichtigkeit für Fitness und Gesundheit sowie der niedrigen Ansteckungszahlen bereits vom Lockdown entbunden.

Untersuchungen der John Moores University in Liverpool haben ergeben, dass zwei Drittel der Krebsvorsorge- und Rehabilitationsleistungen in Großbritannien in öffentlichen Fitnesseinrichtungen erbracht werden, während die Regierungen zunehmend die weitreichenden Vorteile erkennen, die Fitnessstudios für die Gesellschaft bieten.

Der leitende medizinische Berater der britischen Regierung, Chris Whitty, drückte es am besten aus, als er sagte, dass körperliche Aktivität „sehr wichtig für die langfristige Gesundheit“ und entscheidend dafür sei, die Menschen während der Pandemie fit zu halten.

Er ergänzte: „Körperliche Betätigung ist in jedem Alter und jedem Zustand empfehlenswert [...] Sport ist wohl das Beste, was wir für uns tun können.“

Mythos 7: In Fitnessstudios können nötige Hygienemaßnahmen nach der Pandemie nicht eingehalten werden

Die ersten Monate der Pandemie waren von Fehlinformationen in den Medien geprägt, die Fitnessstudios als „Petrischalen für Bakterien“ brandmarkten oder den Mythos verbreiteten, Corona könne durch Schweiß übertragen werden (was nicht stimmt). Ein stetiger Strom von Forschungsarbeiten und Berichten hat Aussagen dieser ARt jedoch widerlegt und gezeigt, dass Fitnessstudios ein sehr geringes Risiko für Corona-Infektionen darstellen.

Die jüngste SafeACTiVE Studie (von EuropeActive in Auftrag gegeben und vom Advanced Wellbeing Research Centre (AWRC) in Sheffield Hallam und der Universität Rey Juan Carlos in Spanien durchgeführt) analysierte mehr als 62 Millionen Besuche von Fitnesseinrichtungen seit September und kam zu dem Ergebnis, dass die durchschnittliche Infektionsrate 0,78 pro 100.000 Besuche betrug – wobei von Betreibern in Europa insgesamt nur 487 positive Fälle gemeldet wurden.

In Neuseeland wurde der Les Mills Takapuna Club für die hervorragenden Sicherheitsmaßnahmen gelobt, nachdem null Übertragungen im Studio verzeichnet wurden, als ein infiziertes Mitglied innerhalb von 18 Stunden drei Gruppenfitnesskurse besuchte und dabei in engen Kontakt mit 86 Mitgliedern kam. In der Zwischenzeit haben mehrere Regierungen Fitnesseinrichtungen von den strengeren COVID-Beschränkungen ausgenommen und ihre Wiedereröffnung nach dem Lockdown priorisiert, womit sie die extrem niedrigen Übertragungsraten und den bedeutenden Nutzen für Körper und Psyche anerkennen.

Mythos 8 Keiner möchte mehr in der Gruppe trainieren

Im Lockdown haben sich große Fortschritte bei den Möglichkeiten ergeben, zu Hause aktiv zu bleiben, was einige zu der Frage veranlasst, ob wir tatsächlich noch Fitnessstudios brauchen. Und eines ist klar: Wir müssen unseren Mitgliedern einen Mehrwert bieten, denn Liegestützen können sie auch zu Hause machen, für ihr Lauftraining brauchen sie kein Laufband. Warum aber sind Fitnessstudiomitglieder durchschnittlich 14 Mal aktiver als Nicht-Mitglieder?

Dafür gibt es viele praktische Gründe – die meisten Menschen haben nicht den Platz, das Geld oder die Ausrüstung (besonders wenn sie schweres Krafttraining machen), um zu Hause so zu trainieren, wie im Fitnessstudio. Doch ein wesentlicher Grund ist, dass Fitnessstudios nicht nur Fitnesstraining ermöglichen, sondern ihren Mitgliedern auch die nötige Motivation geben. Und Motivation ist nach wie vor der Schlüssel, um regelmäßig Sport zu treiben – sie ist der Grund, warum es unsere Branche gibt.

Zu den stärksten Motivatoren gehören das Pflichtbewusstsein und das Gefühl der Verbundenheit, das wir durch das Training mit anderen erhalten. In keinem anderen Bereich ist das offensichtlicher als in einem Live-Gruppentraining.

„Nichts geht über einen Live-Kurs“, sagt Les Mills Chief Creative Officer Dr. Jackie Mills. „Im Kursraum entsteht eine unglaubliche Atmosphäre, die laute Musik pulsiert, die Kursteilnehmer schwitzen gemeinsam und motivieren sich gegenseitig. Das Gemeinschaftsgefühl, das dabei entsteht, ist unschlagbar.“

Zahlreiche Studien zeigen, dass sich dieses Gefühl der Verbundenheit und Verantwortlichkeit auszahlt. Forschungen zeigen, dass wir beim Training mit anderen eher dranbleiben, als wenn wir allein trainieren. Die Wissenschaft beweist: Wir empfinden mehr Freude und Zufriedenheit, wenn wir in der Gruppe trainieren. Zudem gibt es Hinweise, dass es einen positiven Einfluss auf uns hat, von Menschen umgeben zu sein, die etwas für ihre Gesundheit tun.

Home Workouts spielen zweifelsohne eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Anfängern den Einstieg zu erleichtern und in den eigenen vier Wänden Vertrauen zu fassen. Außerdem sind sie bequem und zeitsparend für Mitarbeiter im Home Office. Doch der Schlüssel zu langfristigen Trainingserfolgen ist und bleibt Motivation. Nachdem die Mehrheit der Weltbevölkerung monatelang isoliert war, sind Fitnessstudios in der idealen Position, um auf ihr Bedürfnis nach gemeinsamen Erlebnissen einzugehen und ihre Stimmung zu heben.