WELCHES VERMÄCHTNIS MÖCHTEST DU HINTERLASSEN?

Hast du schon mal einen Instruktor erlebt, der von Teilnehmern regelrecht vergöttert wurde? Vielleicht bist du selbst ein Instruktor, der die Teilnehmer mitreißt wie einst Richard Simmons. Ein Instruktor, der so beliebt ist, dass er eine große Lücke hinterlassen würde, wenn er ginge.

Als ich im Jahr 1999 mit dem Unterrichten begann, gab es einen Instruktoren in meinem Fitnessstudio, den die Mitglieder über alles liebten. Sie kamen in Scharen zu seinen Kursen. Es war, als würde der Teil zur Bindung zwischen Instruktoren und Teilnehmern im Les Mills Instruktoren-Handbuch nur auf diesem einen Instruktoren basieren. Er war das Paradebeispiel für dieses Thema.

Es war unglaublich, welche Bindung er zu seinen Teilnehmern aufbaute. Mitglieder, die mal nicht an seiner Class teilnehmen konnten, hinterließen an der Rezeption eine Nachricht für ihn. Ich unterrichte seit 20 Jahren und würde von mir behaupten, dass ich leicht eine Bindung zu meinen Teilnehmern aufbaue, aber dass jemand im Studio anruft, um Bescheid zu geben, dass er es nicht zu meiner Class schafft, ist mir noch nie passiert. Dieser Instruktor brachte das Ganze auf das nächste Level.

Ich hatte das Glück, dass ich diesen Instruktor bei der Arbeit beobachten und so lernen konnte, welches Engagement nötig ist, um eine so spezielle Bindung zu den Teilnehmern aufzubauen. Leider verließ er 18 Monate später das Studio. Und was wirklich schade war: Als er ging, verschwanden auch fast alle Mitglieder, die regelmäßig seine Classes besucht hatten.

Der Instruktor zog in eine andere Stadt, darum lag es offenbar nicht daran, dass sie ihm in ein anderes Fitnessstudio gefolgt waren. Dieser Instruktor hinterließ nicht nur eine riesige Lücke in unserem Fitnessstudio, sondern auch im Leben der Mitglieder. Die meisten von ihnen hörten tatsächlich auf, zu trainieren. Diese Mitglieder schienen sich auf diesen einen Instruktoren zu verlassen und als er ging, verließ sie auch ihre Motivation.

Ich erinnere mich, dass mein damaliger Studioleiter dies als Gelegenheit nutzte, um mich etwas zu lehren. Wir unterhielten uns über das, was geschehen war und er sagte: „Das ist eine gute Gelegenheit, um darüber nachzudenken, welche Spuren du als Instruktor hinterlässt, wenn du gehst.“ Er erklärte mir, dass er der Meinung sei, dass unser Vermächtnis das ist, was stattfindet, wenn wir gehen. Ein Vermächtnis hinterlassen wir dann, wenn wir einen Bereich, in dem wir großen Einfluss hatten, verlassen und unser Einfluss noch lange danach zu spüren ist.

Für uns Instruktoren ist die Frage, welche Spuren wir hinterlassen wollen, von großer Bedeutung. Jeder von uns möchte seine Classes erfolgreich unterrichten, doch wenn wir beginnen, über das große Ganze nachzudenken, dann kommt die Frage auf, ob wir unsere Welt nachhaltig und wahrhaftig prägen.

Es geht darum, in einem Anfänger eine lebenslange Leidenschaft für Bewegung zu entfachen. Es geht darum, neue Instruktoren zu unterstützen, damit sie wiederum auf zukünftige Mitglieder einen positiven Einfluss haben können. Es geht darum, wie du deinem Fitnessstudio helfen kannst, erfolgreicher zu werden, indem du mehr Menschen für Fitness begeisterst. Es geht darum, anderen ein positives Gefühl und eine positive Beziehung zu Fitness zu geben. Wenn du dir über diese Dinge Gedanken machst, dann erkennst du, dass es um so viel mehr geht als darum, ein guter Instruktor zu sein.

Diese Unterhaltung mit meinem Studioleiter – die mittlerweile 20 Jahre zurückliegt – ist mir bis heute in Erinnerung geblieben und ich habe versucht, einen Weg einzuschlagen, auf dem ich die Fitnesswelt nachhaltig prägen kann, auch wenn ich längst nicht mehr da bin.

Was möchtest du hinterlassen und was musst du tun, um das zu ermöglichen? Außerdem solltest du dich fragen: Wie möchtest du die Welt verändern? Sollen andere Menschen mal davon erzählen, wie du ihr Leben geprägt hast? Was sind die Schritte, die dich nach und nach dort hinbringen?

Vergiss nicht, dass deine aktuelle Arbeit eine Chance ist, eine Chance, die Welt so zu verändern, wie du es dir kaum vorstellen kannst – selbst, wenn du nicht mehr da bist. Das ist doch großartig, oder?

BEVAN JAMES EYLES stammt aus Christchurch, Neuseeland, wo er auch heute noch lebt. Er begann im Jahr 1999 mit dem Unterrichten und hat bereits an acht Ironman-Wettkämpfen und Marathons teilgenommen. Höre dir auch Bevans Podcast an.