ALSOOOO… WAS HÄLTST DU WIRKLICH VON DEN SONGTEXTEN?

Ob man sie kaum hört oder zu jedem einzelnen Wort mitsingt, Songtexte sorgen oft für heftige Diskussionen. Wir teilen deine Gedanken über die große lyrische Debatte.

Du weißt es vielleicht nicht, aber wir haben ein engagiertes Team von Songtext-Checkern, die jeden einzelnen Song, in jedem einzelnen Programm, nach Wörtern und Themen unter die Lupe nehmen, die Anstoß erregen können. Dieses Team mit Sitz in den USA schlägt eine umfassende Liste mit Themen vor, wie Gotteslästerung, Anspielung auf häusliche Gewalt, übermäßig wiederholte Themen, die extrem gewalttätig oder sexuell sind… und die Liste geht weiter. Wenn dies aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, werden wir versuchen, eine Alternative anzubieten (lies unseren Musikartikel, um mehr zu erfahren!)

ICH HÖRE NICHT AUF DEN TEXT

Jennifer Rinns Londre: Ich höre mir die Texte nur an, wenn sie mich direkt ansprechen.

Stacy West Smith: Ich höre eher die Musik an sich UND kümmere mich kaum um die Texte... einige gehen schnell ins Ohr, aber das sind nur wenige. Ich bin zu sehr damit beschäftigt, zu coachen und mein Training durchzuziehen.

Amela Cheng: Ich höre die Musik und den Beat. Ich konzentriere mich nur auf den Text, damit ich weiß, wann ich den nächsten Move machen muss, aber dann ist es buchstäblich das eine Wort, das sich auf die Choreographie-Notizen bezieht.

Susan Green-Quigley: Mein Mann und ich sind beide Musiker. Er ist Gitarrist/Sänger, ich bin die Sängerin/Rhythmusgitarristin. Allerdings konzentriert er sich natürlich auf Akkordfolge und Gitarrenriffs. Und Ich? Text, Intonation, Präsentation. Einige Texte bleiben mir im Gedächtnis und ich denke mir, Leute, ist das euer Ernst? Meinem Mann fällt das gar nicht auf.

Jennifer Higdon: Ich achte ehrlich gesagt kaum auf den Text, weder als Instruktor noch als Teilnehmer. Das Gefühl und die Intensität der Musik haben mich immer angespornt. Das tut es immer noch.

Veronica Renteria Peloquin: Ich achte nicht wirklich auf die Texte, ich höre nur die Musik. Ich schlage nur den Text nach, damit ich mitsingen kann, ohne wie ein Idiot zu klingen, indem ich die falschen Worte sage. Normalerweise verwende ich nur dann alternative Tracks, wenn ich sie besser finde als die Originale.

ES KOMMT AUF DEN KONTEXT AN

Gandalf Archer Mills: Ich denke, wenn ein Lied niemanden verletzt – weißt du, es ist nicht die Anstiftung zu Hass, Misogynie oder Rassismus, wie all die schrecklichen Dinge, die wir als Gesellschaft in den letzten paar hundert Jahren verzweifelt versuchen loszuwerden – dann geht das für mich klar.

Die Dinge sind nicht schwarz oder weiß und man muss den Kontext berücksichtigen – die Geschichte des Künstlers und wer er oder sie als Person ist und welche Botschaft vermittelt werden soll. Wenn man Kendrick-Lyrics auf einem Stück Papier liest, sagen viele Leute „nein, nein, nein, ich will das nicht und DU kannst das nicht hören“, als ob sie für andere zu entscheiden hätten, was sie hören dürfen. Und dann hört man Kendrick in einem Lied und es ist schön und clever und klug und lehrt einen möglicherweise Dinge über eine Welt, die einen nicht im Geringsten berührt. Es ist lehrreich und überwindet Barrieren. Das ist es, was Musik tun kann – sie bildet.

ICH VERWENDE ALTERNATIVE TRACKS

Christopher Schouten: Eine große Vielfalt an Musik ist eine der Hauptstärken von LES MILLS Programmen. Meine Teilnehmer und ich lieben es! Wenn ich eine neue Release erhalte, beschäftige ich mich sowohl mit der Musik als auch mit den Songtexten, damit ich mich auch wirklich damit verbinden und sie in meiner Class zum Ausdruck bringen kann. Ich kombiniere oft den Text mit meinen Cues – und ja, ich singe falsch mit! Wenn ein Songtext nicht meine Werte oder die meiner Teilnehmer widerspiegelt (besonders wenn er für bestimmte Gruppen, wie Frauen einfach respektlos ist), überspringe ich diesen Song und verwende einen alternativen Track oder eine alte Release. Es passiert nicht sehr oft, aber ich glaube, dass einige aktuelle Songs weder für mich noch für die Marke LES MILLS repräsentativ sind, also vermeide ich sie.

Jessica Lusk: Ich unterrichte zur Musik. Ich kann an jedem Song immer etwas finden, das mir gefällt. Aber die Texte sind wichtig. Und gelegentlich benutze ich den alternativen Track. Vor kurzem habe ich die Alternative für den Bizeps Track in BODYPUMP benutzt, weil mir das Thema im Song besser gefallen hat. Und ich werde in diesmal auch die Alternative für den Core Track verwenden, weil es mir unangenehm ist, „Taki Taki“ vor meinen Kindern üben. Die Texte sind übel und sehr klar zu verstehen.

Jackie Miller: Ich unterrichte BODYCOMBAT und BODYPUMP und schätze es sehr, alternative Tracks zu haben. Es bietet mir mehr Möglichkeiten für mein Coaching und Abwechslung für meine Classes. Und die Texte.... oft höre ich nicht wirklich hin, aber wenn sie etwas vollkommen Abscheuliches sagen (wie Vergewaltigungskultur oder so was), würde ich sie nicht benutzen wollen. Ansonsten ist mir der Text egal, solange der Song einen tollen Beat hat.

Rose Ann: Ich habe mich mit der Release 74 zertifiziert und das einzige Mal, dass ich jemals ein Problem mit einem Songtext hatte, war für Track 6 für BODYPUMP Release 109, Shadowboxer. Meiner Meinung nach war diese Situation ganz anders, als ein „unangemessenes “ Wort im Song zu haben. Der Text „alone inside... I wish that I could die“ wurde immer wieder deutlich wiederholt und das einschlägige Thema dieses Songs empfand ich als ziemlich beunruhigend. Ich habe in meinen Classes einen regelmäßigen Teilnehmer, der ein Semikolon-Tattoo (es steht für Selbstmordüberlebende) hat. Ich war echt außer mir, dass diese Worte vielleicht sogar bewirken könnten, meine Class zu meiden. Wir wissen nie, welchen Problemen die Leute versuchen, im Fitnessstudio zu entkommen. Es gibt mit Sicherheit mehr Leute mit solcher Art von Problemen im Kursraum.

ICH LIEBE DIE TEXTE

Heather Daniels: Je dreckiger die Texte, desto besser für mich. Ich liebe unangemessene Songs. Es gibt mir das Gefühl, dass ich gezwungen bin, mir Cues zu überlegen, um die Worte für Leute zu überspielen, die sie vielleicht beleidigend finden!

Laura Warner Rumfelt:

Ich liebe die Texte! Ich bin immer wieder beeindruckt, wie Les Mills Lieder mit Texten finden kann, die zu den Zielen passen, die wir und unsere Teilnehmer an der Fitness setzen. Ich verwende das Beste aus diesen Texten für meine Cues.

Julie Sparks: Ich benutze keine alternativen Tracks, da ich mehr auf den Beat höre, als auf den Text. Sicherlich singe ich gelegentlich mit, aber ich suche mir dafür die Parts bewusst aus. Immer wenn ich erwähne, dass sich einige Leute von einem Song angegriffen gefühlt haben, hat mir JEDER Teilnehmer erzählt, dass er oder sie sich nicht auf den Text konzentrieren. Tatsächlich kommt bei ALLEN Boom mega gut an. Der Song hat einen starken Beat, der gut zu den Moves passt. Mach immer so weiter! Die Leute kommen zurück, wenn sie mehr wollen!

Sheryl Dagostino: Ich fühle mich nicht von Songtexten beleidigt. Ich genieße den Ausdruck der Sprache und sehe Musik als das, was sie ist – KUNST! Ich mag die Musik von BODYPUMP. Es gibt genügend Vielfalt, was Stil und Tempo angeht, um jeden vom Text abzulenken. Niemand hat sich JEMALS in meinen Classes über Songtexte beschwert.

Denisse Westbrook: Ich fühle mich nie beleidigt von den Texten... oft höre ich die Texte nicht wirklich, bis ich anfange zu unterrichten.

Neda Kayyali: Ich liebe Releases mit viel Gesang. Ich höre den Text, bin aber nicht gleich beleidigt und habe noch keine schlechten Erfahrungen mit Musik oder Songtexten in meinen Classes gemacht. Mir geht es mehr um den Beat und die Bewegungen – unsere Teilnehmer wollen ein unterhaltsames, hartes und funktionelles Training. Bis heute habe ich noch nie die alternativen Tracks benötigt.

MEINE TEILNEHMER VERSTEHEN KEIN ENGLISCH

Marina Abrahams: Meine Mitglieder sind da entspannt und viele sprechen kein Englisch als Muttersprache, so dass die “umstrittene“ Verwendung von Songs nie ein Problem war.

Victor Fernández: Ich bin aus Barcelona. Ich muss zugeben, dass ich überrascht war, als ich mitbekommen hatte, was für eine Diskussion über Songtexte auf Facebook ausgelöst wird. In dem Fitnessstudio, in dem ich arbeite, verwenden Instruktoren alternative Tracks. Wir konzentrieren uns einfach lieber auf das Training und die Connection zu der Class… Hier in Barcelona sprechen Leute ab Mitte 40 kaum bis gar kein Englisch, so dass die Texte der meisten Songs nicht verstanden werden. Jüngere Leute dagegen haben bessere Englischkenntnisse und verstehen den Text. Ich hatte aber noch nie Beschwerden über bestimmte Texte. Nicht einmal von den Teilnehmern, die englische Muttersprachler sind. Wenn es um spanische Songs geht ist es genauso. Wir fühlen uns wahrscheinlich mit Reggaeton-Texten etwas unwohl, aber das liegt meiner Meinung nach hauptsächlich daran, dass man in dieser kleinen Ecke der Welt Reggaeton entweder liebt oder hasst. Ich glaube nicht, dass das in Südamerika zum Beispiel der Fall ist. Aber das ist in Ordnung.

ICH UNTERRICHTE IN KONSERVATIVEN EINRICHTUNGEN

Nina Marie Anderson: Ich liebe die Musik, aber ich arbeite im YMCA und manchmal wird mir gesagt, ich solle einige Tracks nicht unterrichten. BODYPUMP 108, Make It Rain, war das... Ich LIEBE dieses Lied, aber mir wurde gesagt, ich solle es nicht unterrichten. Ich spiele manchmal Boom, aber einige Mitglieder werfen mir dann giftige Blicke zu und ich kann es nicht nochmal spielen. Ich habe den 109 Bizeps Track Shadowboxer nach dem Start der Release nie wieder gespielt. Das war jedoch eine persönliche Entscheidung, die ich getroffen habe. Denn obwohl es ein beeindruckendes Lied ist, denke ich, dass es die falsche Botschaft sendet. Ich möchte Menschen ermutigen und sie dazu bringen, in meiner Class großartige Dinge zu tun. Ich kann keinen Song abspielen, der die entgegengesetzte Botschaft sendet.

Julie Francis: Generell fühle ich mich nicht von Songtexten beleidigt, es sei denn, sie behandeln offensichtlich ein rassistisches Thema. Allerdings unterrichte ich in einer konservativen Einrichtung, in der überall Kinder sind. Meiner Meinung nach ist Boom mit Abstand der beste Track überhaupt, ich kann ihn aber leider nicht verwenden. Ich wünschte, man hätte Boom bearbeitet, so dass der Beat beibehalten und die Schimpfwörter rausgeschnitten werden. Für mich stehen die Mitglieder im Vordergrund und wie sie sich fühlen. Wenn das Risiko besteht, sie auf irgendeine Art zu beleidigen und sie damit ihr Engagement für die Class verlieren, ist es das wirklich nicht wert. Man könnte doch einfach die Texte bearbeiten.

Carole Walter Jones: Ich unterrichte drei Formate in einem YMCA, sodass die Texte für unsere Mitglieder sehr wichtig sind. Auch wenn sie mich nicht persönlich beleidigen, respektiere ich, dass sie andere beleidigen könnten. Ich benutze die alternativen Tracks nicht, weil ich als Instruktor das Gefühl habe, dass sie eine „schlechtere“ Option sind und nicht das gleiche Gefühl wie das Original transportieren. Ich bevorzuge immer Songs mit Gesang gegenüber Instrumentalversionen, weil ich gerne damit in meinem Coaching spiele.

Karin Speicher: Ich mag unterschiedliche Themen in meinen Songs, aber da ich für eine christliche Fitnesseinrichtung, muss ich immer Alternativtracks verwenden. Schimpfwörter stellen das größte Problem dar. Wenn es nur ein oder zwei sind, kann ich einfach lauter coachen und sie übertönen. Aber wenn es ständig auftaucht, gibt es keine Chance für mich, diesen Song zu benutzen. Kürzlich gab es einen Song über Selbstmord. Sowas hebt nicht gerade die Stimmung in einem Kursraum. Obwohl es mir erlaubte, mit meinen Teenagern über das Thema zu sprechen, war es meiner Meinung nach keine gute Wahl für einen Gruppenfitnesskurs.

Lindsey Longmire Myers: Ich höre definitv auf den Text! Ich lasse mich nicht allzu sehr davon einwickeln, aber es gab schon ein paar Songs in den letzten Jahren, bei denen ich mich etwas unwohl fühlte, einige der konservativen Mitglieder zu unterrichten. Ich LIEBE einen guten Hip-Hop Track, aber nicht, wenn ich gestresst bin und meine Cues über die Texte ansagen muss!

Rebecca Wooten Norris: Mein Gym gehört einer christlichen Organisation, also nutze ich oft die Alternativen. Ich habe kein Problem, sie zu nutzen (ich liebe den Bauch Track Love Runs Out oder Southpaw, um den Shadowboxer zu ersetzen). Manchmal bin ich frustriert, wenn ich keine Alternative zur Verfügung habe (z. B. Pyramids in BODYBALANCE 85) oder wenn die Alternative einfach nur der gleiche Track ohne Text ist, wie bei der Release 108.

Krystle Agans: Unser YMCA grenzt die Tracks, die wir verwenden, aufgrund der Songtexte ein. Das ist hart, weil ich sie lieber mag als die Alternativtracks, aber wir respektieren unsere Fitness-Community.

Carrie Knight: Einmal fuhr ich mit dem Auto und ein Song lief gerade, der sich wie aus den 20er oder 30er Jahren anhörte. Er hatte diese alte, kratzende Aufnahmequalität und der Text bat eine Wolke darum, wegzuschweben, damit es nicht auf das Picknick des Interpreten regnete. Die Unschuld dieses Textes aus einer längst vergangenen Zeit brachte mich zum Schmunzeln und ich dachte einen Moment darüber nach, wie gewaltig sich die Zeiten doch geändert haben.

Songtexte sind oft ein heißes diskutiertes Thema für Instruktoren auf Social Media. Als BODYBALANCE, BODYPUMP und LES MILLS BARRE Instruktorin, die in einem YMCA arbeitet, verlasse ich mich auf alternative Tracks für Songs, die für Mitglieder „zu viel“ sein könnten. Ob ich immer ich die alternativen Tracks benutze? Um ehrlich zu sein, nein. Aber wenn ich sie in der Playlist sehe, wird mir klar, dass die „normalen“ Songs erst überprüft werden müssen, bevor sie in der Class gespielt werden können.

Manchmal entscheiden wir uns als Programmteam, die Alternativen zu verwenden. Ein aktuelles Beispiel ist der Song Boom von BODYPUMP 107. Nachdem wir uns den Text angehört hatten, sagte unser BODYPUMP-Team (und Manager) nein zu BOOM und benutzte stattdessen die ähnlich klingende Alternative I Bet You Wanna.

Ganz anders beim originalen BODYBALANCE Track 5 Two Weeks in der Release 83. Wir haben uns an diesen gehalten, weil unsere Teilnehmer den Song vorher nicht kannten und man den Text durch die Akustik im Kursraum schwer verstehen konnte. Ich dachte wirklich erst, die Worte waren „open your heart“, bis ich den Songtext bei Google gesucht habe und ganz was anderes rausgekommen ist. Die Stimmung dieses Songs war aber einzigartig und bot einen tollen Kontrast zu den Tracks davor und danach, also haben wir ihn benutzt.

Vor Jahren, als BODYBALANCE 57 auf den Markt kam, arbeitete ich für eine klinikbasierte Fitnessmarke, die ebenfalls sehr familienorientiert war. Ich erinnere mich an Diskussionen über das Beyoncé-Lied The Best You Never Had. Eine andere Instruktorin wusste, dass der Text „sucks to be you right now“ bei ihren Dienstagmorgen-Teilnehmern nicht gut ankommen würde, also ersetzte sie ihn durch einen anderen Track 3. Ich wusste jedoch, dass meine Freitagscrew mit dem Track einverstanden sein würde und wir hatten tatsächlich Spaß daran mit dem Songtext zu spielen.

Für mich ist die Auswahl der besten Songs für die Class ganz einfach. Es geht darum, die Mitglieder und die Mission des Studios zu kennen und jeden, der durch die Tür kommt, mit Respekt und Sorgfalt zu behandeln. Mein Ziel ist es, dass die Teilnehmer die Class verlassen und sich so fantastisch nach ihrer Trainingserfahrung fühlen, dass sie es kaum erwarten können, wiederzukommen (und Freunde mitzubringen!).

Musik steht im Mittelpunkt der Programme von LES MILLS. Die Songs, die gut ausgearbeitete Choreographie und die Liebe zum Yoga haben mich vor 10 Jahren zu BODYBALANCE geführt. Es ist beruhigend zu wissen, dass LES MILLS alternative Tracks anbietet, damit wir Instruktoren unsere Teilnehmer optimal unterrichten können.

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