DAS SIND DIE NEUEN ERNÄHRUNGS-TRENDS FÜR DAS KOMMENDE JAHR

Bei einer Vorliebe für gesundes Essen und neueste Innovationen sollten diese Ernährungstrends in 2022 nicht verpasst werden. Wir zeigen, was 2022 auf unseren Teller landen könnte.

Noch mehr Milchalternativen

Schluss mit Soja-, Mandel-, Kokosnuss- und Cashewmilch ... eine neue Reihe pflanzlicher Milch ist in die Regale gekommen. Hafermilch ist in letzter Zeit zu einer der beliebtesten Milchalternativen geworden und hat den Weg für eine Reihe von Milchalternativen auf Getreidebasis geebnet, insbesondere für Gerstenmilch. Gerstenmilch ist auf dem besten Weg, eine beliebte Alternative zu werden, die fettarm und reich an Ballaststoffen ist und zusätzlich Kalzium, Vitamin D und Vitamin B12 enthält. Gerste ist nicht nur nahrhaft, sondern auch ein widerstandsfähiges Getreide, das auch in extremen Klimazonen angebaut werden kann – und damit die am vierthäufigsten angebaute Kulturpflanze der Welt. Eine weitere interessante Alternative ist Kartoffelmilch, die wenig Zucker und gesättigte Fettsäuren enthält.

Von Prä- oder Probiotika zu Postbiotika

In den letzten Jahren haben wir viel über den Wert von Präbiotika, Probiotika und fermentierten Lebensmitteln gelernt; jetzt sind es die Postbiotika, die in der Welt der Darmgesundheit für Aufsehen sorgen. Postbiotika sind das Ergebnis der Fermentation im Darm, wenn sich Probiotika von Präbiotika ernähren. Wie Prä- und Probiotika sollen auch Postbiotika dem „Leaky-Gut-Syndrom“ vorbeugen, den Blutzucker und das Risiko von Fettleibigkeit senken und entzündungshemmend wirken. Im Gegensatz zu Prä- und Probiotika waren postbiotische Nahrungsergänzungsmittel bisher kaum erhältlich – bis jetzt. Es ist zu erwarten, dass immer mehr postbiotische Präparate auf den Markt kommen werden. Bis es so weit ist kannst können die postbiotische Produktion auch auf natürliche Weise mit Lebensmitteln wie Kimchi, Kefir und Sauerteig gesteigert werden.

Wissenschaftler sagen jetzt, dass eine verbesserte Darmgesundheit nicht der einzige Vorteil von fermentierten Lebensmitteln ist. Derzeit werden die weiteren funktionellen Vorteile erforscht. Vor kurzem wurde die sogenannte „Darm-Lungen-Achse“ entdeckt, die aufzeigt, wie eine Kombination von probiotischen Stämmen die Symptome von viralen Infektionen der oberen Atemwege reduzieren kann.

Essen für die Umwelt

Das Umweltbewusstsein und die Bereitschaft, einen Schritt weiter zu gehen, um den CO2-Fußabdruck zu reduzieren, sind im letzten Jahr stark gestiegen. Eine Umfrage hat ergeben, dass 85 Prozent der Menschen einen nachhaltigeren Lebensstil pflegen, und laut der britischen Supermarktkette Waitrose achten 70 Prozent der Verbraucher*innen auf den CO2-Fußabdruck ihrer Lebensmittel.

Es wird erwartet, dass die Zahl der Low- oder Zero-Waste-Lebensmittel zunehmen wird, doch das ist erst der Anfang. Der Whole Foods Trends Council (eine Gruppe aus über 50 regionalen und globalen Jäger*innen, Einkäufer*innen und Kulinarik-Expert*innen) prognostiziert, dass Getreide, das mit landwirtschaftlichen Praktiken und Verfahren angebaut wird die der Bodengesundheit dienen, sehr beliebt sein wird. Ein Beispiel dafür ist Kernza. Dieses mehrjährige Getreide mit seinem süßen, nussigen Geschmack und seinen langen Wurzeln wird in Getreideprodukten und sogar in Bier verwendet. Wir können auch mit mehr Produkten aus dem ultraurbanen und Indoor-Anbau rechnen. Dank Hydrokulturen, Aquaponik und erneuerbaren Gewächshaussystemen wird es für Stadtbewohner*innen einfacher werden, nachhaltige, lokal angebaute (oder sogar selbst angebaute) Produkte zu genießen.

Außerdem verspricht 2022 mehr Fleisch aus dem Labor auf unseren Tellern. Das Konzept gibt es zwar schon seit 2013, aber erst 2021 wurde zum ersten Mal Fleisch aus dem Labor an die Öffentlichkeit verkauft (in Singapur). Das Fleisch wird gezüchtet, indem man einem Tier Muskelstammzellen entnimmt und sie wachsen lässt. Immer mehr Produzenten setzen diese Technologie ein – und das nicht nur für Fleisch. Dank der Wunder der mikrobiellen Fermentation sind alle Arten von im Labor hergestellten Lebensmitteln auf dem Vormarsch.

Während umweltfreundliche Lebensmittel immer beliebter werden, werden diejenigen, die schädlich sind, weiterhin gemieden, beispielsweise Palmöl. Die Produktion von Palmöl wird nicht nur mit der Zerstörung der Regenwälder in Verbindung gebracht, sondern auch mit dem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren, der zu Herzkrankheiten, Leberfunktionsstörungen, Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes führt. Neue Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass die Palmitinsäure in Palmöl sogar die Ausbreitung von Krebs fördern kann.

Reduktarisches Essen

Ein weiterer Trend, der in den Whole Foods Top Ten für 2022 hervorgehoben wird, ist der Reduktionismus, auch bekannt als Flexitarismus. Dieser Trend beruht auf der Erkenntnis, dass der Verzicht auf Fleisch uns helfen kann, ein gesünderes und umweltfreundlicheres Leben zu führen. Wenn eine vegetarische oder vegane Ernährung nicht in Frage kommt, könnte Reduktarismus eine Option sein. Das bedeutet, dass Fleisch nur ab und zu oder nur am Wochenende gegessen wird und es nicht regelmäßig auf dem Speiseplan steht. Wenn dann doch mal tierische Produkte gegessen werden, sollte Fleisch aus Weidehaltung und Eier aus Freilandhaltung bevorzugt werden. Mit dem wachsenden Angebot an pflanzlichen Lebensmitteln wird es einfacher denn je, deinen Fleischkonsum zu reduzieren.

Die Geschmacksrichtungen und Lebensmittel, die laut Whole Foods die Trends für 2022 setzen:

  • Yuzu – Yuzu ist eine säuerliche Zitrusfrucht mit einem einzigartigen Limetten-Zitronen-Grapefruit-Geschmack. Yuzu ist eine köstliche Ergänzung für Vinaigrettes und Wasser und setzt tolle Akzente in Suppen sowie Gemüse-, Nudel- und Fischgerichten.
  • Hibiskus – Seit Jahren genießen viele Menschen Hibiskustee wegen seines süßlich-herben Geschmacks und seines hohen Vitamin-C-Gehalts. Jetzt ist die heiße rosa Farbe eine beliebte Grundlage für Fruchtaufstriche und Joghurts und wird einer Vielzahl von Craft-Getränken hinzugefügt.
  • Sonnenblumenkerne – Vollgepackt mit Proteinen und ungesättigten Fettsäuren, werden Sonnenblumenkerne dein Snackverhalten verändern ... Wie wäre es mit Sonnenblumenkern-Cracker, Eiscreme und cremigem Käse? Das Beste daran ist, dass viele dieser Produkte aus Sonnenblumenkernen ohne Nüsse hergestellt werden und somit für Allergiker geeignet sind!
  • Moringa – Moringa ist ein traditionelles pflanzliches Heilmittel aus Afrika und Indien (wo es zur Bekämpfung von Mangelernährung eingesetzt wird) und könnte die neue Alternative zu Matcha sein. Moringa-Pulver kann in Smoothies, Soßen und zum Backen verwendet und zu Proteinriegeln und Getreidemischungen hinzugefügt werden.
  • Kurkuma – Während Kurkuma-Latte und Nahrungsergänzungsmittel mit Kurkuma nichts Neues sind, taucht dieses goldene Gewürz jetzt an allen möglichen Orten auf. Immer öfter ist das Gewürz auf Lebensmitteln wie Müsli, Sauerkraut und sogar veganer Eiscreme zugesetzt.