„Wenn du mit dem Gefühl in den Kursraum kommst, dass du BODYPUMP 122 nicht liebst, fängst du schon falsch an.“

Die Königin der Motivation, Khiran Huston, verrät ihre besten Tipps, um in ihren Classes ein Katalysator für Veränderungen zu sein.

Wie ich es schaffe, andere zu motivieren?

Ich schätze, ich habe meinen ganz eigenen Stil — und meine Motivation ist definitiv intrinsisch. Mir ging es noch nie um die Ästhetik. Mir geht es immer um das Gefühl, das Bewegung in mir auslöst, denn das ist für mich authentisch. Ich bin auch der Meinung, dass der Gedanke, sich durch Bewegung gut zu fühlen, mehr Menschen anspricht.

So bin ich eben als Mensch. Es ist mir immer wichtig, Menschen einen Mehrwert zu bieten und nicht ihre Zeit zu verschwenden. Ich glaube wirklich fest an die Menschen — sowohl im Fitnessbereich als auch im Leben allgemein. Wenn mein Mann eine Leidenschaft für etwas hat, möchte ich unbedingt, dass er erfolgreich und glücklich damit ist. Wenn Freund*innen von mir etwas erreichen wollen, aber nicht an sich glauben, möchte ich sie dabei unterstützen, an das eigene Talent zu glauben. Viele Menschen haben immenses Potenzial, sehen es selbst aber nicht. Ich sehe es aber. Ich habe einfach einen besonderen Blick dafür.

Wenn es also um Motivation geht, möchte ich, dass die Leute wissen, dass ich an sie glaube, und ich möchte ihnen die Werkzeuge an die Hand geben, die sie brauchen, um ihre Ziele in meinen Classes zu erreichen.

Wenn es um Motivation geht, möchte ich, dass die Leute wissen, dass ich an sie glaube, und ich möchte ihnen die Werkzeuge an die Hand geben, die sie brauchen, um ihre Ziele in meinen Classes zu erreichen.

Der erste Teil der Motivation besteht darin, dass du eine echte Verbindung zu dem Programm, das du unterrichtest, hast und die Essenz verstehst.

Du musst mit der Essenz des Programms verbunden sein. Bei LES MILLS TONE oder BODYPUMP motiviere ich meine Teilnehmer*innen ganz anders als bei LES MILLS SPRINT oder THE TRIP.

Wenn wir uns ein kraftbasiertes Programm wie BODYPUMP ansehen, geht es darum, stark und geerdet zu sein. Ich denke Menschen, die zu BODYPUMP kommen verfolgen das Ziel, stärker zu werden und ihre Technik zu verbessern. LES MILLS TONE Teilnehmer*innen geht es hingegen eher um Spaß und Athletik. Es geht mehr darum, die stabilisierenden Muskeln zu trainieren, also passe ich die Art, wie ich meine Teilnehmer*innen motiviere, an diesen Fokus an.

Du wirst die SPRINT Khiran nie in TONE sehen. Es sind völlig gegensätzliche Programme. Bei SPRINT handelt es sich um reines HIIT-Training. Es ist hart und manchmal richtig grausam, aber wenn du es richtig machst, wirst du unglaubliche Resultate erzielen. Die Tatsache, dass alle LES MILLS Programme wissenschaftlich fundiert sind, gibt mir die Zuversicht, den Leuten zu sagen, dass sie ihre Ziele erreichen werden. Wir haben nicht einfach irgendwelche Bewegungen zusammengewürfelt und auf das Beste gehofft oder darauf, dass ein Prozent der Teilnehmer*innen Resultate erzielt. LES MILLS Programme werden eingehend getestet und garantieren Resultate.

Bei BODYBALANCE habe ich wieder einen ganz anderen Motivationsstil. Wenn ich dieses Programm unterrichte, bin ich sehr spirituell — was du dir wahrscheinlich kaum vorstellen kannst, wenn du mich bei SPRINT unterrichten siehst. Aber für mich ist es sehr authentisch.

Sobald ich mich mit dem Programm verbunden habe, setze ich mir eine Intention dafür. Das kann für einen Track oder die gesamte Class gelten. Ich habe eine Gruppe von Menschen vor mir, die mit ihrem Training etwas Bestimmtes erreichen wollen, sei es, dass sie sich gut fühlen, ein bisschen stärker werden oder etwas für ihre Gesundheit tun. Ich versuche, meine Motivation darauf auszurichten, damit ich nicht in eine beliebige Richtung abschweife und etwas Unwichtiges sage.

Ich schreibe mir nie genau auf, was ich sagen möchte.

Ich denke an eine Technik oder eine Idee, die ich einbringen möchte, aber die Worte selbst entstehen immer erst im Moment. In meiner Vorstellung ist es so: „Hier Motivation einfügen.“ Eigentlich vergesse ich oft, was ich in der Masterclass sage, weil ich so im Moment bin. Das Wichtigste ist, dass du ein Gefühl mit der Bewegung verbindest, anstatt an die Aufgabe selbst zu denken. Als ich zum Beispiel im Squat Track bei BODYPUMP 118 sagte: „Deine Beine tragen dich dein ganzes Leben lang, also lass uns ihnen etwas Liebe geben“, wurde ich von einer Unterhaltung in den sozialen Medien inspiriert, bei der es um die Wahl des richtigen Gewichts ging. Es ging darum, dass bei Squats oft nicht genug Gewicht verwendet wird, und ich dachte mir: Moment mal, unsere Beine tragen den ganzen Tag unseren ganzen Körper. Jedes zusätzliche Gewicht, das sie tragen, sollte gefeiert werden.

Oder bei BODYPUMP 122, im Back Track, als ich sagte: „Das ist dein Workout, mit deinen Leuten“ — das kam von der Filming-Woche. Glen setzte sich mit uns allen im Team zusammen und sagte jedem von uns, was er an unserem Coaching schätzt und was unsere besonderen Stärken sind. Es war beeindruckend, das von ihm zu hören, und ich fühlte mich durch die Kraft unseres Teams inspiriert.

Überlege dir immer wieder neue, motivierende Cues!

Ich höre viele Instruktor*innen immer wieder dieselben Cues sagen, und das in jedem Programm, das sie unterrichten. Und das ist nichts Schlechtes. Aber es ist auch nicht authentisch. Die Motivation muss von einem Ort kommen, an dem du dich wirklich um die Menschen, die vor dir stehen, kümmerst und an sie glaubst. Wenn du eine Person loben möchtest, kannst du sagen, „Toll gemacht.“ Doch bringst du damit wirklich rüber, dass dein Kompliment ernst gemeint ist? Wichtig ist nicht nur, was du sagst, sondern auch wie du es sagst. Wenn du aus voller Überzeugung sagst „Wow, das hast du wirklich toll gemacht" hat das eine ganz andere Wirkung. Ich denke, es ist dasselbe, wenn du andere motivieren willst.

Um mir immer wieder neue motivierende Cues zu überlegen, höre ich viele Podcasts und lese viel über verschiedene Techniken und Wege, Ziele zu erreichen. Meine Lieblingsbücher dazu sind „Atomic Habits“ von James Clear und „Relentless“ von Tim S. Grover. Ich liebe auch Agile Coach Podcasts, weil es dort viel um das Mindset geht. Es geht darum, zu experimentieren, zu beobachten und das zu übernehmen, was für dich funktioniert.

Nutze den ersten Track, um deine Teilnehmer*innen einzuschätzen, denn wenn du mit dem Thema Wachstumshormone kommst und erzählst, wie das Training dich muskulöser macht, aber ein Haufen Mütter vor dir steht, die ganz andere Ziele verfolgen, wird es vielleicht nicht ankommen.

Ich stelle mir immer wieder die Frage, ob das, was ich sage, wertvoll ist.

Am Ende des Tages opfern die Menschen ihre Zeit, um in meine Class zu kommen. Ich möchte sicherstellen, dass das, was ich sage, einen Mehrwert für sie darstellt. Du kannst deinen Lieblingsfilm nur so oft sehen, bis du jedes Wort auswendig kennst und sie nicht mehr die gleiche Wirkung haben wie beim ersten Mal, oder?

Genauso verhält es sich mit der Motivation. Wenn du in jeder Class dasselbe sagst, verliert es seine Wirkung. Es gibt einen Kurs, den ich besuche, und in den Erholungsphasen sagt mir der Instruktor immer, ich solle „atmen“. Und natürlich verstehe ich die Absicht dahinter, aber er sagt es buchstäblich bei jeder Erholung. Ich denke mir dann oft: „Ich atme doch. Gleich habe ich keine Lust mehr zu atmen, dann musst du mich wiederbeleben deine Erste-Hilfe-Skills beweisen.“ Das ist natürlich nur ein Scherz, aber ich bin sicher, du verstehst, worauf ich hinauswill, haha!

Um das perfekte Motivationsrezept zu finden, musst du zunächst darauf vertrauen, dass die Leute wegen dir in deinen Kurs kommen — irgendetwas an deinem Stil spricht sie an. Sei dir dessen bewusst. Und dann denke über das Programm und das Resultat nach, das du dir für die Class wünschst.

Worauf wartest du?

Motivation bedeutet für uns alle etwas anderes. Das Motivierende an dir könnte z. B. deine Art sein, dich zu bewegen. Vielleicht tanzt du unfassbar gut, oder beherrschst deine BODYPUMP Technik perfekt. Du brauchst nicht unbedingt Worte, um zu motivieren. Ein großer Teil der Motivation kommt von meinem Mann Vili. Er ist ein echter Athlet und wenn er BODYPUMP unterrichtet, sind seine Bewegungen inspirierend. Er lässt die Langhantel regelrecht schweben.

Oder Glen Ostergaard. Er wird nie eine große Motivationsrede bei SPRINT halten, wie ich es tue, aber allein die Art, wie er sich auf dem Rad bewegt, ist mitreißend. Wenn Glen und ich zusammen unterrichten, sind wir wie Yin und Yang. Meine Stärke liegt im Coaching und seine in der Art, wie er sich bewegt. Er ist unglaublich und ich werde allein dadurch motiviert, dass ich ihm auf dem Rad zusehe. Das ist beeindruckend und eine echte Inspiration.

Meine fünf Tipps für deine nächste Class sind:

1. Finde heraus, worauf du Lust hast, sei es die Playlist oder die Art des Trainings. Wenn du zum Beispiel mit dem Gefühl in den Kursraum kommst, dass du BODYPUMP 122 nicht liebst, fängst du schon falsch an. Am Anfang muss der Spaß stehen. Du musst dafür brennen. 🔥

2. Setzte dir eine Intention für deine Class. Zum Beispiel: „Heute möchte ich sicherstellen, dass jeder versteht, was es bringt, so viele Pulses zu machen" ... oder was auch immer dir wichtig ist. ☝

3. Nutze den ersten Track, um deine Teilnehmer*innen einzuschätzen, denn wenn du mit dem Thema Wachstumshormone kommst und erzählst, wie das Training dich muskulöser macht, aber ein Haufen Mütter vor dir steht, die ganz andere Ziele verfolgen, wird es vielleicht nicht ankommen. Vielleicht hast du dir vorgenommen, darüber zu sprechen, wie wir beim Training das neuromuskuläre System in Schwung bringen, aber wenn das nicht das Richtige für deine Teilnehmer*innen ist, solltest du flexibel genug sein, um umzuschwenken.

4. Kenne deine Musik, damit du weißt, wo du deine Motivation einbringen kannst. Wenn du 72 Pulses hintereinander hast, wirst du wahrscheinlich nicht schon bei den ersten 20 Pulses deine motivierendsten Cues einsetzen. Du sparst es dir für die Halbzeit auf, um deine Teilnehmer*innen bis zum Ende zu motivieren. 🎧

5. Und schließlich: Verwende keine Cues aus der Masterclass, wenn sie dich nicht ansprechen! Sei authentisch zu dem, was du bist und wo du lebst. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man in Mittelamerika nicht unbedingt sagt: „Shot, Bro!“ Nimm die Masterclass als Beispiel und ändere dann die Worte und die Sprache so ab, dass sie zu dir und deinen Teilnehmer*innen passen. 🙌

Ich möchte dich auch dazu ermutigen, das Programm aus der Perspektive deiner Teilnehmer*innen zu betrachten. Manchmal sind wir ständig im Instruktor*innen-Modus und vergessen, wie es ist Anfänger*in oder regelmäßig dabei zu sein. Verschiedene Menschen durchlaufen unterschiedliche Phasen auf ihrer Fitnessreise, und sind unterschiedlich lange dabei. Manchmal sind wir so sehr darauf fixiert, die Choreografie zu lernen und die Coaching-Ebenen zu treffen, dass wir vergessen, wie wir eigentlich unterrichten wollen. Und nicht nur das — wir vergessen, dass es um ein umfassendes Fitnesserlebnis geht. Am Ende des Tages ist es dieses Erlebnis, das deine Teilnehmer*innen dazu bringt, nicht nur zu dem Programm, sondern auch zu dir als Instruktor*in zurückzukehren.

Khiran Huston (Neuseeland) ist Creative Director für LES MILLS TONE und Trainerin/ Presenterin für LES MILLS TONE, LES MILLS SPRINT, LES MILLS THE TRIP, LES MILLS GRIT, BODYPUMP und RPM. Sie arbeitet als Group Fitness Project Manager bei LES MILLS International in Auckland und ist LES MILLS Ambassador für BODYBALANCE, LES MILLS TONE, LES MILLS SPRINT, LES MILLS THE TRIP und BODYPUMP.

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