WIE WIR DIE MUSIK AUSWÄHLEN

Hast du dich schon mal gefragt, nach welchen Kriterien die Musik für jede Release ausgewählt wird? Was der Unterschied zwischen einem Creative Director und einem Program Director ist? Wir haben uns mit dem Team getroffen, um das herauszufinden!

GLEN OSTERGAARD: Die Programme stehen und fallen mit der Qualität der Musik. Für BODYPUMP und RPM tendiere ich zu bekannten Mainstream Künstlern, bei denen man sich auf qualitativ hochwertigen Gesang und eine professionelle Studioproduktion der Mixes verlassen kann. Bei LES MILLS SPRINT mag ich es wild!

Grundsätzlich muss die Musik für jedes Programm das richtige Gefühl zum Ausdruck bringen, denn das Gefühl bestimmt die Bewegung. Ich höre mir für jeden Launch der neuen Programme alle drei Monate unzählige Songs an. Ich kann gar nicht sagen, wie viele es genau sind, aber ich brauche nur kurz reinzuhören und weiß, ob ein Song passt oder nicht.

LISA OSBORNE: Musik ist das Wichtigste! Musik bestimmt die Bewegung und ist der Schlüssel zur Essenz des Programms. Musik inspiriert Kreativität und ist die Magie bei der Kreation!

Ich höre mir tausende Songs an – beim Spazierengehen, beim Einkaufen, beim Kochen, wenn ich mich ausruhe und auch generell den ganzen Tag über…

Ich höre sehr gerne Musik beim Spazierengehen oder Joggen, bei der Hausarbeit und sogar unter der Dusche!

Manchmal liebe ich einen Song, aber er hat nicht genug Pep, also fällt er für mich raus. Aber die Songs, bei denen ich mitsingen muss, bei denen ich lächeln muss und die mir ein gutes Gefühl geben, das sind die Besten!

RACHAEL NEWSHAM: Musik ist der Sauerstoff in unseren Tanzadern, wenn es um SH’BAM geht… sie muss in mir Emotionen wecken. Punkt. Wenn nicht, dann finde ich einfach keinen Zugang zur Musik und bin beim Tanzen nicht mit ganzem Herzen dabei. Und das steht im Widerspruch zur Essenz des Programms: Connection. Menschen dazu zu bringen aus sich herauszukommen und ihre Hemmungen fallen zu lassen.

Heutzutage sind die Hemmungen 10-mal höher, weil Menschen ihr Leben mit dem Leben der Social Media Influencer vergleichen, denen sie folgen. Ich freue mich, wenn wir wieder zurückfinden zur echten Gemeinschaft, in der sich Menschen mit ihrem sozialen Umfeld verbinden, anstatt sich mit ihm zu vergleichen. SH’BAM ist eine starke Gemeinschaft und lebt von Liebe und Akzeptanz. Für mich wird es immer wichtiger, dass Menschen in einer sicheren, wertfreien Umgebung sie selbst sein können. Deshalb habe ich SH’BAM kreiert. Tanzen ist eine Abkürzung im Leben zum Glücklich sein und es ist an der Zeit, dass mehr Menschen das erfahren. Musik ist der Schlüssel dafür…

DAN COHEN: Musik ist der wichtigste Einflussfaktor in meiner Rolle als kreativer Kopf. Es ist die Magie eines Songs, die das Tempo, Gefühl, Länge, Dramatik und Intensität unserer Choreographie bestimmt. Die Musikauswahl für die Programme ist vielfältig. Ich höre oft Playlists von DJs, iTunes, Spotify etc. zusammen mit dem Musikteam. Ich könnte Hunderte von Songs hören. Die größte Herausforderung bei der Musikauswahl ist, die Playlist zu einer Reise weiterzuentwickeln, die die ultimative Magie erzeugt.

GANDALF ARCHER MILLS: Für eine BODYJAM Release, die etwa 20 Songs hat, beantrage ich die Lizenz für 60 oder 70 und die Hälfte wird von vornherein abgelehnt. Versucht man Musiklizenzen für mehr als 70 Länder zu bekommen, wird es kompliziert! Ein paar der verbleibenden Songs werden einfach nicht freigegeben. Sie sitzen in ihrem Office und wir schicken E-Mails an die Musik Labels und versuchen mit ihnen zu verhandeln. Aber oft führen diese Verhandlungen einfach zu nichts. Irgendwann bekommen wir für einige grünes Licht und dann entwerfe ich anhand der besten dieser freigegebenen Songs das Programm. Ich achte darauf, dass ich viele verschiedene Musikgenres, -stile und Sounds habe, die mir gefallen. Und das kostet viel Zeit, denn ich mag alle Songs. In meiner BODYJAM Class werden keine Songs gespielt, die mir nicht gefallen.

MARK NU’U-STEELE: Die Suche nach fantastischer Musik hört nie auf. Während ich an einer Release arbeite, bin ich bereits auf der Suche nach neuer Musik für zukünftige Releases.

Stepper singen beim Workout gerne mit, einige im Kopf, andere laut. Deshalb suche ich Musik aus, die sofort ins Ohr geht und melodisch ist. Für die Spitzentracks brauche ich einen Sound mit viel Energie und einem starken, antreibenden Beat. LMI STEP ist von Track zu Track unterschiedlich, also durchsuche ich gerne verschiedene Musikstile für zwischen den Spitzentracks, um diesen Kontrast zu erzeugen.

ERIN MAW: Wir sind immer auf der Suche nach neuartigen Songs, damit LES MILLS GRIT stets mit frischem Wind daherkommt. Vieles davon muss unabhängige Musik sein, denn wir bearbeiten viel und fügen Countdowns hinzu. Meine drei Lieblingskünstler, die wir jemals in LES MILLS GRIT gespielt haben, sind 20syl, Kanye West und Hudson Mohawk.

CHRIS RICHARDSON: Musik spielt bei THE TRIP eine große Rolle. Die Musik ist praktisch unser Soundtrack für die Visuals bzw. den Film. Die Musik ist instrumental, um Dinge wie die Intensität des Trainings, die Ästhetik oder die Stimmung von dem, was wir sehen und die vom Instruktor gewählte Art des Coachings zu verbessern, insbesondere die Sprache.

Instruktoren werden auf die 80/20 Methode hin ausgebildet, das bedeutet 80 % der Zeit geht es um die Musik und die Visuals und 20 % war sie tun, um das Erlebnis zu verbessern.

DIANA ARCHER MILLS ÜBER DIE ENTWICKLUNG DER MUSIK:

In den letzten Jahren haben wir erkannt, dass wir mehr Input von Marktführern der Musikindustrie und Insidern benötigen, um unsere Produkte wirklich aktuell zuhalten und um dem Trend voraus zu sein. Wir arbeiten mit Dan Aux zusammen, der einer der Top-DJs in Neuseeland ist. Musik ist sein Leben und er ist mit den neuesten Entwicklungen in der Musikindustrie vertraut. Deshalb bitten wir ihn in jeder Runde um Song-Vorschläge. Diese werden nicht nur an die Program Directors verteilt, sondern auch an Ezra Fantl, der Teil unseres Product Innovation Teams ist. Er widmet sich der Aktualisierung und Überarbeitung des Sounds unserer Programme. Er wird die Tracks von Dan Aux filtern und an die Program Directors weitergeben, so dass wir am Ende eine Auswahl an Musik aus Dan Aux, Ezra und allem, was wir uns als Program Directors anhören, erhalten.

Die Program Directors setzen sich dann mit unseren Creative Directors zusammen und führen sie durch das, was unserer Meinung nach mit der Reise der Class funktionieren wird. Wenn wir das Programm in eine neue Richtung lenken wollen, sind wir uns anfangs manchmal nicht sicher wohin es gehen soll. Wir haben zwar eine coole Idee, sind uns aber nicht sicher, ob der Sound auch dazu passt. Und manchmal geht es bei uns sehr locker zu und wir nutzen die Meetings mit unserem Creative Director, um festzulegen, wie die Release musikalisch aussehen soll. Und ein anderes Mal wiederum kann es sein, dass ich bereits die Choreographie für eine Class im Kopf habe und wie es klingen soll. Wenn das der Fall ist, ist der Creative Director sehr enthusiastisch.

BODYCOMBAT UND RPM SOUNDS

Wir haben die letzten Jahre damit verbracht, BODYCOMBAT zu modernisieren und wirklich zu verändern. Dafür wollen wir mindestens 50 Prozent der Tracks aus Ezras Liste nutzen. Wir versuchen, es jünger zu machen, als es sich die traditionellen Nutzer wünschen. Bei RPM dagegen funktioniert der Sound so wie er ist sehr gut: Es gibt bestimmte Genres, die in RPM funktionieren. Es ist nur ein logischer Übergang von einem Track zum anderen – man weiß, dass es nicht viele Veränderungen bezüglich der Musik in den Releases gibt. Glen sagt aber, dass er mehr Zeit braucht, um Musik für RPM auszuwählen, als für BODYPUMP, weil RPM noch abhängiger von der Musik ist, als unsere weniger rasanten Programme. Man sitzt auf dem Fahrrad, alles dreht sich um die musikalische Reise und sie ist so gut durchdacht. Wenn man in seiner Bewegung so eingeschränkt ist, kann man nicht sagen „Das ist ein geiler Sound, ich mach damit jetzt mal eine wilde Choreographie“.

Wegen des Lizenzierungsprozesses versuchen wir Backups für all unseres Songs zu haben. Auf diese Weise können wir mit der Choreographie zu unserer idealen Playlist beginnen und wenn der Track aus irgendeinem Grund abgelehnt wird, haben wir die Wahl ihn zu covern oder durch einen anderen Track zu ersetzen. Wenn die Release nicht so sehr auf diesen speziellen Sound oder spezielles Konzept angewiesen ist, dann tauschen wir den Sound bzw. das Konzept aus. Falls es aber ein Sound ist, den wir covern können, der gut ins Konzept passt und wir diesen Sound wirklich verwenden wollen, dann beantragen wir ein Cover.

DER UNTERSCHIED ZWISCHEN CREATIVE DIRECTOR UND PROGRAM DIRECTOR

Wenn eine Release ein Zeitungsartikel wäre, wären die Creative Directors die Redakteure. Die Program Directors sind für die Erstellung des Produkts verantwortlich und wir unterstützen sie bei der Auswahl der Musik und der Choreographie. Wir bearbeiten die Musik und sorgen dafür, dass sie ausgewogen ist und sich richtig und gut anfühlt, außerdem sind wir über aktuelle Trends und die Zielrichtung des Programms informiert. Der Program Director ist der wilde Kreative, der für die Erstellung verantwortlich ist. Entweder halten wir ihn im Zaum oder wir pushen ihn noch mehr.

Als Program Director kann man sich lange mit einem bestimmten Sound oder einer bestimmten Idee aufhalten. BODYJAM zum Beispiel. Gandalfs größtes Problem ist, dass er einen Block sehr gleichförmig gestaltet, wenn die Musik sehr cool ist und er sie richtig genießt und es von der Bewegung her Sinn ergibt. Wenn man darin aufgeht, kann man gut in die Tiefe gehen. Jemand ohne Tanzerfahrung tut sich schwer, zu lange zum gleichen Sound zu tanzen. Die musikalische Reise fortzusetzen und neue Sounds im Programm entwickeln ist also eines der Hauptziele eines Creative Directors bei der Musikauswahl.

Sieh dir unser Interview mit dem Musik Team und erfahre mehr darüber, was hinter den Kulissen passiert.