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    Fitness Trends

    Welche Rolle spielen Fitnessstudios bei der Bewältigung einer globalen Gesundheitskrise?

    Die Pandemie machte das enorme Potenzial von körperlicher Aktivität für die Prävention von Krankheiten deutlich – brachte aber auch ihre völlige Nichtbeachtung in den meisten öffentlichen Gesundheitsstrategien ans Tageslicht. Die Global Health & Fitness Alliance (GHFA) will hier Abhilfe schaffen.

    Kilian, was kannst du uns über die Global Health & Fitness Alliance (GHFA) erzählen?

    Kilian Fisher: Die Intention der GHFA ist es, eine gemeinsame Stimme für unsere Branche zu schaffen, die weltweit Einfluss nehmen kann und sicherstellt, dass körperliche Aktivität zum Eckpfeiler der globalen Gesundheitspolitik wird.

    Sie wurde im November 2020 von der IHRSA gegründet. Damit reagiert die IHRSA auf den wachsenden Wunsch von Führungskräften der Fitnessbranche nach einer globalen Stimme, die den wichtigen Beitrag der Branche zu Gesundheit und Wohlbefinden hervorheben, glaubwürdige Beweise liefern und eine Politik vorantreiben soll, die mehr Menschen dabei unterstützt, aktiver zu sein.

    Die IHRSA vertritt weit über 200.000 Fitnessstudios weltweit. Die GHFA setzt sich aus Branchenführern der obersten Management-Ebene zusammen, die mehr als 80 Fitnessstudios, Zulieferer und örtliche Branchenverbände auf der ganzen Welt (ganze Liste ansehen) repräsentieren. Diese treffen sich mindestens sechs Mal im Jahr virtuell sowie in zusätzlichen Arbeitsgruppen. Die IHRSA hat personelle Ressourcen zur Unterstützung der GHFA bereitgestellt. Dazu gehören meine Rolle als GHFA-Koordinator sowie John Holsinger und die Unterstützung durch eine Reihe von Mitgliedern des IHRSA-Vorstandsteams und anderen Mitarbeitern.

    Kilian Fisher, Mitbegründer der Global Health & Fitness Alliance (GHFA)
    Wie unterscheidet sich die GHFA von der IHRSA?

    Die GHFA und IHRSA sind sich insofern ähnlich, als dass sie beide Lobbyarbeit leisten und sich für die Fitnessbranche einsetzen. Die Unterschiede liegen im Umfang, Zweck und Aufbau. So ist die IHRSA eine Mitgliederorganisation, die Lobbyarbeit im US-Kongress betreibt und sich für ein breites Spektrum von Bereichen einsetzt sowie Dienstleistungen für Mitglieder und Nicht-Mitglieder auf der ganzen Welt anbietet.

    Die GHFA ist eine maßgeschneiderte Organisation mit dem Ziel, die Rolle von körperlicher Aktivität in der globalen Gesundheitspolitik zu stärken. Mit diesem konkreten Ziel bringt die GHFA starke Vertreter aus jeder Region in aktiven Netzwerken und Fokusgruppen zusammen, die sich dem Vorantreiben spezifischer Unterthemen, wie zum Beispiel Forschung oder Strategieentwicklung, widmen. Wir haben also eine Vielzahl von Vertretern von Branchenführern aus jeder Region – sowohl Betreiber als auch Zulieferer – und jeder kann mitmachen, sowohl IHRSA-Mitglieder als auch Nicht-Mitglieder.

    Was war der Auslöser für die Entstehung der GHFA?

    Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass körperliche Aktivität zur Gesundheitsprävention in unserer Gesellschaft stark an Bedeutung gewonnen hat. Bewegung und Sport schützen unseren Körper vor Krankheiten und aktive Menschen haben ein geringeres Risiko, an Covid-19 zu erkranken. Und da Regierungen während der Pandemie auf der ganzen Welt wichtige Entscheidungen zur Förderung einer gesunden Lebensweise und zum Schutz bestimmter Wirtschaftszweige getroffen haben, ist unter den Fitnessbetreibern und -anbietern ein wachsendes Bewusstsein dafür entstanden, wie wichtig es ist, bei diesen einflussreichen Entscheidungen „mit am Tisch zu sitzen“.

    An welchem Tisch müssen wir sitzen, um wirklich gehört zu werden?

    Es gab viele Debatten darüber, aber der Konsens, der zur Gründung der GHFA führte, war, dass, Fitnessstudios in der Regel als Teil des Sport- und Freizeitsektors gesehen werden, jedoch eigentlich im Bereich der öffentlichen Gesundheit angesiedelt werden sollten. Als federführende UN-Organisation wurde die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen mit dem CIGEPS der UNESCO, einem zwischenstaatlichen Komitee aller Sportministerien der Welt, und der OECD als Schwerpunktbereich für die GHFA festgelegt. Doch wenn wir ehrlich sind, wird die WHO niemals einen Blankoscheck für Fitnessstudiobetreiber ausstellen, damit diese mit der Durchführung von Gesundheitsinitiativen beginnen können. Wenn wir es aber schaffen, dass körperliche Aktivität ein zentraler Grundsatz in der WHO-Politik und als wichtiges Rädchen im Getriebe anerkannt wird, dann sind Fitnessanbieter auf nationaler Ebene in einer viel stärkeren Position, um Zuschüsse zu erhalten und an vorderster Front zur Gesundheitsprävention beizutragen.

    Welche Fortschritte konnte die GHFA bisher erzielen?

    Was vielen noch nicht bewusst ist: Die IHRSA hat bereits einen Sitz am Verhandlungstisch, wenn es um die WHO, die UNESCO und die OECD geht. Die Frage lautet also jetzt: „Was wollen wir als Industrie unter dem Banner der GHFA auf den Tisch bringen?“ In diesem Zusammenhang haben wir kürzlich mit der WHO ein virtuelles Forum zwischen der WHO und wichtigen Interessenvertretern aus dem gesamten Bereich Sport und Bewegung mit dem Titel „Ready for change: the future of sport, exercise and fitness“ ins Leben gerufen. Dies war ein wegweisendes Zusammentreffen, bei dem unser Sektor ein Mitspracherecht bei der zukünftigen WHO-Politik und der Rolle, die körperliche Aktivität bei der Verbesserung der globalen Gesundheit spielen sollte, bekam.

    Das war bedeutsam, weil wir damit nicht nur die Politik der WHO mitgestalten, sondern diese wiederum die Politik der Regierungen der einzelnen Staaten beeinflussen wird, die sich an der WHO orientieren. Als kollektive Stimme der GHFA können wir mehr und mehr Einfluss, sowohl auf globaler als auch auf nationaler Ebene, nehmen. Nun wird das nicht von heute auf morgen geschehen denn die Mühlen der Politik mahlen langsam, aber es ist ein großer Fortschritt und bietet uns ein Fundament, auf dem wir aufbauen können.

    Was sind die nächsten Schritte?

    Wir haben viel vor. Wir wollen unsere Forschungs- und Lobbyarbeit vorantreiben, auf die ich gleich noch zu sprechen komme. Wir wollen unsere Zusammenarbeit mit der WHO vorantreiben, um die globale Gesundheitspolitik mitzugestalten, aber wir wollen auch das Bewusstsein der Fitnessbranche schärfen und aufzeigen, welche Möglichkeiten es bereits gibt. Der globale Aktionsplan für körperliche Aktivität der WHO legt eine Reihe von Maßnahmen fest, die den Ländern bei der Förderung körperlicher Aktivität helfen sollen, und es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Fitnessanbieter, sich an diesen auszurichten und sich als Partner zu positionieren.

    Wenn wir diesen Teil des Rätsels entschlüsseln, können wir schon viel erreichen. Wir wollen weit über die 20 Prozent der Bevölkerung hinausgehen, die derzeit Fitnessstudios nutzen, und die weiteren 80 Prozenterreichen – erst dann können wir wirklich etwas bewirken. Ziel ist es, Fitness zu einem wesentlichen Bestandteil der öffentlichen Gesundheit zu machen, aber wenn wir das erreichen wollen, dann müssen wir inklusiver werden.

    Was müssen wir als Fitnessanbieter also an unserem Ansatz ändern?

    Es ist großartig, die aktuellen Angebote aufrechtzuerhalten und den Fitten zu helfen, noch fitter zu werden, aber wir müssen auch weit darüber hinausgehen und Programme und Botschaften entwickeln, die die breite Bevölkerung ansprechen und unsere Studios inklusiver machen. Dies erstreckt sich über Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Religion und körperliche Fähigkeiten und stellt sicher, dass wir alles tun, damit sich alle willkommen und akzeptiert fühlen.

    Studiobetreiber – vor allem diejenigen, die gerade noch damit beschäftigt sind, ihr Unternehmen nach der Pandemie wieder aufzubauen – kann dies zunächst überfordern. Es könnte 10 bis 20 Jahre dauern, bis wir dieses Ziel erreicht haben, doch wir müssen heute damit beginnen und etwas bewegen, um attraktiver für neue Zielgruppen zu werden. Das ist der Schlüssel, um ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Gesundheit und wirklich massentauglich zu werden.

    Was sind die wichtigsten politischen Forderungen der GHFA?

    Es gibt zwei wichtige Säulen. Die eine besteht darin, auf Wichtigkeit, die körperliche Aktivität durch die Pandemie erlangt hat, aufzubauen und diese mit konkreten Maßnahmen in die globale Gesundheitspolitik einzubringen. Wenn Sie derzeit mit Ärzten oder politischen Entscheidungsträgern sprechen, werden sie alle sagen, dass körperliche Aktivität sehr wichtig ist. Im Zusammenhang mit politischen Diskussionen über psychische Gesundheit oder Herzkrankheiten wird sie jedoch kaum erwähnt. Wir bewirken also einen grundlegenden Wandel, bei dem Politiker nicht mehr nur darüber sprechen, sondern auch tatsächlich handeln, so dass körperliche Aktivität wirklich eine Säule der globalen Politik zur Prävention von Krankheiten und zur Gesundheitsvorsorge wird.

    Die zweite Säule ist, die Bedeutung von Fitnessstudios für die sportliche Aktivität der gesamten Bevölkerung hervorzuheben. Eine weitere Folge der Pandemie ist, dass die politischen Entscheidungsträger gegen Fitnessstudios argumentieren und der Meinung sind, dass man auch ohne Fitnessstudio aktiv sein kann. Was wir deutlich machen wollen, ist, dass Fitnessstudios absolut notwendig sind, um Menschen zu helfen, aktiv zu werden und aktiv zu bleiben. Ein großer Teil unserer Arbeit besteht also darin, Beweise dafür zu sammeln, warum Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen – wir sprechen hier über das gesamte Spektrum von Fitnessstudios, Sportvereinen, Schwimmhallen und Außenanlagen – ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsvorsorge sind.

    Welche Art von Forschungsarbeit wird damit verbunden sein?

    Wir müssen den wirtschaftlichen Wert unseres Sektors und den Einfluss auf alle Aspekte der Gesellschaft (einschließlich Gebäude, Personal, Gesundheit, Sozialkapital, ...) nachweisen. Dafür werden wir in Kürze eine globale Studie mit Deloitte starten. So eine Studie gab es noch nie! Das ist wirklich spannend. Ebenso großartig ist die Unterstützung, die wir von Studiobetreibern auf der ganzen Welt erleben, die finanzielle Mittel zur Verfügung stellen und ihre Erfahrungen teilen. Nur so schaffen wir es, dass unsere Branche laut und deutlich gehört wird. Die GHFA hat sich nun die finanzielle Unterstützung von wichtigen Studiobetreibern und Zulieferern gesichert, um die erste „Global Economic Impact Study“ für unsere Branche durchzuführen. Zwei führende Forschungsunternehmen sind daran beteiligt (Ken Research und Deloitte). Wir freuen uns über weitere Mitwirkende, um noch mehr Länder in die Studie einzubeziehen (Details per E-Mail unter kfisher@ihrsa.org).

    Wie genau können sich Akteure in der Fitnessbranche beteiligen?

    Jeder kann seinen Teil beitragen, und wir haben eine Struktur geschaffen, in der Branchenführer verschiedene Regionen repräsentieren und Ideen, Ansichten und Feedback ihrer Region einbringen. So kann jeder seinen lokalen Vertreter kontaktieren, um sicherzustellen, dass seine Stimme gehört und er die Aktivitäten der GHFA mitgestalten kann.

    Wir wollen sicherstellen, dass wir echte Branchenführer haben, die diese Gruppen angemessen vertreten, die nötige Erfahrung haben und dass möglichst viele Regionen abgedeckt sind. Das bedeutet auch, dass wir nicht jeden Einzelnen mit einbeziehen können, denn was wir wollen, sind kleine Arbeitsgruppen mit Vertretern, die schnell vorankommen. Für bestimmte Länder oder Regionen suchen wir jedoch noch Vertreter. Vielleicht sind Sie der oder die Richtige für diese Position? Dann sehen Sie sich hier die Voraussetzungen an und bewerben Sie sich.

    Der Zweck der GHFA ist zusätzlich, mit bestehenden Interessenverbänden zusammenzuarbeiten, so ist zum Beispiel die ICREPs („International Confederation of Registers for Exercise Professionals“) eines unserer Mitglieder. Auf diese Weise kann jeder Instruktor oder Trainer, der Mitglied eines nationalen REPs-Gremiums ist, in diesen Diskussionsforen mitreden und Ideen einbringen.

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