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    Coronavirus: Wie Sie Ihr Studio wiedereröffnen

    In China sind die Fitnessstudios seit einigen Wochen wieder geöffnet. Jane Jiang, Les Mills China CEO, teilt mit uns ihre Erfahrungen und gibt Tipps zu einem guten Start, um zurück zur neuen Normalität zu gelangen und wie sich die Krise für Fitnessunternehmer als durchaus positiv entpuppen kann.

    Les Mills
    Ein 'REFIRE' Fitness Relaunch Event in Nanjing, China, im Mai 2020

    Hi Jane, wie sieht die aktuelle Situation der Fitnessstudios in China aus?

    Jane Jiang: Fitnessstudios waren seit Januar, seitdem der Lockdown verordnet wurde, bis März geschlossen, also für ungefähr zwei Monate. Jetzt sind sie seit ca. einem Monat wieder geöffnet. Allerdings gibt es viele regionale Unterschiede. Shanghai’s Fitnessstudios beispielsweise öffneten als Erstes. In Beijing mussten Studios zwischenzeitlich ein zweites Mal schließen, aber auch diese sind nun wieder geöffnet. Man merkte, dass die Mitglieder zunächst vorsichtig waren und die Wiederkehr sich nach der Öffnung etappenweise aufbaute. In der ersten Woche kamen ca. 10% der Mitglieder wieder ins Studio. Das waren diejenigen, die die es nicht mehr aushalten konnten. In Woche 2 und 3 nahmen die Besuche zu und 30-40% der Mitglieder kehrten zu ihrem Studio zurück. Hauptsächlich wurden Geräte und Personal Trainer in Anspruch genommen. Nach ungefähr einem Monat wurde der Gruppenfitnessbereich wieder geöffnet und besucht. Mittlerweile, nach ca. 2 Monaten seit der Wiedereröffnung, besuchen wieder 50-80% der Mitglieder ihre Fitnessstudios.

    Les Mills China CEO Jane Jiang

    Welche Maßnahmen mussten Fitnessstudios treffen, um wieder öffnen zu können?

    Die chinesische Regierung legte sehr strikte Anweisungen fest, die die Studios zur Öffnung einhalten müssen. Vorrangig müssen Hygiene- und weitere Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden. Jedes Mitglied muss beim Eintritt die Körpertemperatur testen lassen und während des Trainings müssen Masken getragen werden. Mittlerweile haben einige Fitnessstudios diese Maßnahmen gelockert.

    Um zu jeder Zeit Auskunft über die Besucheranzahl geben zu können und diese zu managen, müssen Mitglieder vorab einen Termin ausmachen und sie dürfen durchschnittlich ca. 80 Minuten trainieren. Dank des immensen digitalen Fortschritts bewerkstelligen 80-90% der Clubs diese Aufgabe anhand eines Online Systems. Andere nehmen Reservierungen per Telefon an und bearbeiten den Zeitplan analog. Wie viele Mitglieder zeitgleich trainieren können ist abhängig von der Größe des Studios und welche Abstansregelungen in der jeweiligen Region gelten. Durchschnittlich wurden zwei Quadratmeter pro Person gefordert, in einzelnen Städten wurden bis zu acht Quadratmeter vorgeschrieben. Klimaanlagen sind untersagt, um die weitere Verbreitung der Bakterien nicht anzukurbeln. Einige Studios installierten daraufhin teure Temperatur- und Belüftungsanlagen, anderen bleibt nur die Möglichkeit Türen und Fenster zu öffnen, um für angenehme Temperaturen und frische Luft im Studio zu sorgen. Die Fitnessstudios müssen zwei Mal am Tag geputzt werden und natürlich Fitnessgeräte nach jeder Benutzung desinfiziert werden. Der Schwimmbereich wurde bisher noch nicht geöffnet und aktuell gibt es noch immer Restriktionen bei der Umkleiden- und Duschnutzung der Studios.

    Inwieweit hat der Lockdown die finanzielle Situation der Fitnessstudios beeinflusst?

    Die meisten Studios in China sind privat geführt, dementsprechend ist es schwierig zu sagen, in welcher finanziellen Situation sie sich genau befinden. Wir sind Partner von circa 1400 Studios in China und trotz dieser herausfordernden Monate musste kein einziges unserer Partnerstudios aus finanziellen Gründen schließen. Von den insgesamt rund 60.000 Fitnessstudios in China wird angenommen, dass ca. 3.000 ihr Unternehmen schließen mussten.

    Tatsächlich gibt es auch einige Studios, die erst verspätet aufmachen, um Betriebskosten einzusparen. Sie möchten lieber erst wieder öffnen, wenn sie mit nahezu voller Auslastung an Besuchern ihr Unternehmen wieder hochfahren können.

    Im Gegensatz zu den meisten Fitnessmärkten weltweit, zahlen die Mitglieder in China nicht monatlich, sondern jährlich ihre Gebühren. Viele Fitnessstudios möchten deshalb nicht öffnen, da sie unter diesen Umständen kaum ihren Umsatz steigern können und dennoch andere Kosten zahlen müssen.

    Wie sieht die Lage für Gruppenfitnesskurse aus?

    Nachdem mittlerweile die meisten Fitnessstudios seit über einem Monat wieder geöffnet sind, sehen wir einen teils starken Anstieg von Gruppenfitness. Zunächst wurde mit Cycling Programmen gestartet, da die Bikes es ermöglichen auf einer bestimmten festen Stelle das Workout auszuüben und so zu jederzeit den Abstand zu anderen wahren zu können. Kurse wie BODYPUMP und CXWORX funktionieren auch sehr gut, da auch hier die Ausgangsposition kaum verändert wird. Bei Classes, die viel Bewegung beinhalten, muss man bedachter vorgehen und sich Konzepte wie z.B. vorgeschriebene Bewegungsbereich auf dem Boden überlegen. BODYCOMBAT mittlerweile wird auch immer mehr angeboten. Teilnehmer sind sichtlich erfreut, dass sie endlich wieder mit anderen gemeinsam Sport treiben können.

    Jedes Fitnessstudio muss sich einmal mit den eigenen Gegebenheiten auseinandersetzen, um die Teilnehmerzahl der jeweiligen Classes bestimmen und die Vorgaben der Regierung einhalten zu können. Da das Augenmerk nun vor allem auf Buchungssystemen für die Kurse liegt, entstehen für traditionelle Studios große Chancen ihr Gruppenfitnessangebot zu erweitern und ihre Community dadurch zu vergrößern.

    Wie sieht dies in der Praxis aus?

    In der Vergangenheit war Gruppenfitness immer im Mietgliedsbeitraf für das Studio enthalten. Seitdem Zeit und Platz allerdings ein wertvolles Gut geworden sind, gibt es für die Fitnessbranche hier mehr Möglichkeiten Einnahmen pro Kurs zu generieren, sowohl bei Bestands-, als auch bei Neukunden. Allerdings sind die Gebühren bei vielen Premiumstudios schon sehr hoch angesetzt, sodass dort nicht viel Spielraum für weitere Kosten besteht. Discounter haben da andere Möglichkeiten. Sie können für zusätzliche Premium-Dienstleistungen mehr verlangen, sollten dann aber ihren Mitgliedern den Wert der jeweiligen Leistung verdeutlichen.

    Wir helfen Studios, ihre Angebote und Außenwirkung anzupassen, sodass Mitglieder, sobald sie wieder ins Studio kommen, eine total neue Erfahrung machen. Unsere Hilfe beinhaltet die Dekoration, das Ausbauen der Kursräume, die Qualität der Gruppenfitnesskurse sowie die der Instruktoren. Aktuell kann man die Zeit effektiv nutzen, um Instruktoren weiterzubilden und gleichzeitig auch, um neue Instruktoren zu akquirieren. Ich weiß, es ist eine schwierige Zeit, um Geld in die Hand zu nehmen, aber alle Fitnessstudios, die mutig genug sind, können diese einmalige Chance nutzen, um ihr Studio neu zu gestalten und ihre Mitglieder dazu zu bringen mehr zu investieren. Mein Appell: Helfen Sie Ihren Mitgliedern sich neu in Ihr Studio zu verlieben.

    Wie nutzen Fitnessstudios Kampagnen und Werbemaßnahmen, um neue Mitglieder zu werben?

    Viele der Top-Unternehmen wie Pure Fitness haben Strategien entwickelt, um ihre Mitglieder wieder zu aktivieren, um die zu erreichen, die bereits zu Beginn der Pandemie gekündigt haben und um neue Mitglieder zu akquirieren. Oftmals wurde auf Modelle wie „Bring deinen Freund mit“ gesetzt sowie auf Rabatte für diejenigen, die bereits die Studios in den ersten sechs Wochen nutzen – sozusagen ein Early Bird Discount. In China wurden von der Regierung außerdem Gutscheine angeboten, die in sämtlichen Einrichtungen eingelöst werden können, sei es ein Fitnessstudio, ein Friseursalon oder ein Supermarkt. So wurde die Wirtschaft wieder angekurbelt.

    Vermutlich, liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, das Vertrauen der Mitglieder zu wieder zu gewinnen, sodass diese mit einem sicheren und guten Gefühl zurück ins Studio kommen können?

    Absolut. Vertrauen zu schaffen, um den Mitglieder ein sicheres Gefühl bei der Rückkehr in ihr Studio zu geben, ist der Schlüssel. Genau deshalb ist es so wichtig gerade jetzt auf Mitgliederbindung durch ein weiteres Familienmitglied zu setzen, denn mit dem Partner an der Seite steigt das Wohl- und Sicherheitsgefühl automatisch. Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten. Mit sieben unserer Partner haben wir ein Outdoor Event ausgetragen, damit Leute wieder anfangen sich zu bewegen und zu sozialisieren. Sie sollten dadurch ein positives Gefühl durch das gemeinsame Trainingserlebnis bekommen.

    Anfang Mai hatten wir ein Outdoor Event in Nanjing, an dem 400 Fitnessbegeisterte teilnahmen und sich zu BODYCOMBAT und BODYJAM auspowerten. Verständlicherweise haben weltweit in den letzten Monaten generell keine Events stattgefunden. Das machte diese Events umso aufregender. Die Stimmung bebte! Hoffentlich kann es für weitere Studios als Inspiration dienen und die Menschen durch Fitness wieder vereinen und auch die letzten Unsicherheiten bei Seite schieben, um wieder mit dem Training im Studio zu beginnen. Natürlich mussten diese Events unter Mindestabständen zwischen den Teilnehmern durchgeführt werden und LES MILLS hat proaktiv mit der Stadt Nanjing zusammengearbeitet, um die Events überhaupt zu ermöglichen.

    Ein 'REFIRE' Fitness Relaunch Event in Nanjing, China, im Mai 2020

    Hast du ein Umdenken der Studios wahrgenommen, seitdem das Coronavirus ausgebrochen ist?

    Fitnessstudios reagierten sehr schnell mit einem digitalen Angebot auf die verordneten Schließungen, um ihren Mitgliedern weiterhin die Möglichkeit zu geben fit und gesund zu bleiben. Diejenigen, die schnell und smart gehandelt haben, gehen mit neuen Verdienstmöglichkeiten aus dem Lockdown hervor. Der Erfolgt der Livestream-Classes hat die Bedeutung von Instruktoren wieder gestärkt. Denn sie sind diejenigen, die sich mit den Mitgliedern intensiv austauschen und vor allem dafür sorgen, dass sich viele Menschen in Fitness verlieben und somit auch dem Studio treu bleiben.

    Das Business Modell „von Online zu Offline“, bei dem Unternehmen ein neues Publikum durch ihre digitale Präsenz erreichen und diese dann über ihre Seite direkt zu sich ins Studio führen, war in China bereits vor der Pandemie ein beliebtes Modell dank Apps wie „WeChat“. Der Lockdown steigerte die Nutzung und den Erfolg des Business Modells um ein Vielfaches. Auf digitalem Wege ist es möglich, eine große Zielgruppe zu erreichen und die Isolation hat dazu geführt, dass sich Menschen wie nie zuvor nach persönlicher Interaktion sehnen und genau das können Fitnessstudios liefern. Von Online zu Offline wird bestehen bleiben und es liegt an den Studios, die richtige Balance zwischen ihrem On- und Offline-Angebot zu finden, um allen Mitgliedern gerecht zu werden. Einige werden nach wie vor für Workouts nur ins Fitnessstudio gehen, andere wünschen sich einen Mix aus Studiobesuch und Home Workouts.

    Viele weitere Länder planen Lockerungen. Wie sollten Studios ihre Wiedereröffnung planen?

    Neben all den Hygiene- und betrieblichen Verpflichtungen, gibt es drei weitere Punkte, auf die geachtet werden sollte.

    • Ich möchte einmal auf meinen zuvor genannten Punkt zurückkommen, wie Studios ihren Mitgliedern ein gutes, sicheres Gefühl geben können, wieder das Studio zu besuchen. Die letzten Monate war Social Distancing die oberste Priorität und das hat sich natürlich in den Köpfen manifestiert. Hier muss dafür gesorgt werden, den Mitgliedern ein gutes Gefühl zu vermitteln, um mit Spaß und Leichtigkeit wieder Sport im Fitnessstudio ausüben zu können und zu wollen. Kommunikation über die Maßnahmen zu Hygiene, Sicherheit und die Erinnerung daran, warum Sport so guttut, helfen, diese zu vermitteln. Instruktoren können mit SMART STARTs arbeiten, sodass Teilnehmer Schritt für Schritt zurück zur gewohnten Routine kommen.
    • Der zweite Punkt ist der, dass Fitnessstudios zunächst mit begrenzten Kapazitäten öffnen, sodass Zeit und Raum einen hohen Stellenwert einnehmen. Wie kann man also die Nutzung des Studios am effizientesten ausbauen? Ein wichtiger Bestandteil ist ein gut durchdachtes Buchungssystem, damit jedes Mitglied die faire Möglichkeit hat sich einen Slot zu reservieren und zusätzlichweiterhin Online Angebote wie Livestreaming oder On-Demand Lösungen in Anspruch nehmen kann. Virtuelle Fitness ist außerdem eine großartige Lösung, die Kursangebote zu erweitern Training für jeden, überall und zu jeder Zeit zu ermöglichen.
    • Der letzte Punkt ist der, dass sich die Fitnessstudios mit ihren eigenen Angestellten beschäftigen müssen. Wer kann sofort von Anfang an starten? Wen braucht es sofort? Wen holen wir nach und nach wieder an Board und wie sorgen wir währenddessen dafür, dass sich diese Angestellten weiterhin zugehörig fühlen und der Kontakt nicht abreißt?

    Es ist wichtig in dieser herausfordernden Zeit als Arbeitgeber Mitgefühl und Offenheit zu demonstrieren, denn viele werden mit finanziellen und weiteren Sorgen belastet sein.

    Um chinesischen Studios bei der Wiederöffnung unter die Arme zu greifen, hat LES MILLS kostenfreie Online Fortbildungen für Instruktoren angeboten, um die Qualität der Instruktoren zu unterstützen.

    Welchen Wandel erwartest du für Fitnessstudios mittel- und langfristig?

    Natürlich werden zunächst alle sehr erleichtert und erfreut sein, sobald Lockerungen eingeführt werden. Auf der anderen Seite ist es unabwendbar, dass uns eine globale Rezession bevorsteht und das wird die große Herausforderung mit sich bringen, als Unternehmen zu wachsen und als Fitnessstudio Neukunden zu generieren. Aus bisherigen Erfahrungen mit Rezessionen kann man sagen, dass wir bisher immer mit einem blauen Auge davongekommen sind. Dieses Mal rückt die Gesundheit in den absoluten Fokus. Demzufolge schaut man nach einer Möglichkeit sein Immunsystem zu stärken und da gehört Fitness natürlich dazu. Allerdings wird durch die kleineren Geldbeutel der Menschen auch kostenbewusster vorgegangen. Fitnessstudios müssen also einen wirklich überzeugenden Gegenwert bieten, um sich ihre Mitgliedsbeiträge zu verdienen und Empathie beweisen.

    Im Mittelpunkt stehen dabei Studios, die ihr Alleinstellungsmerkmal demonstrieren und zeigen, was sie ihren Mitgliedern geben können, was andere nicht können. Wie können sie die Online- und Offline-Erfahrung zusammenführen, um insgesamt noch mehr davon zu profitieren? Betrachten Sie Online nicht als Konkurrenz, sondern als Ihren besten Freund und als ein wichtiges Instrument zur Gewinnung und Erhaltung von Mitgliedern. Und schließlich: Wie können wir als Branche besser zusammenarbeiten? Wir werden immer besser, aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns. Denken Sie dran: Eine steigende Flut hebt alle Boote an.

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