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Kundengewinnung & bindung

Das Group‑Training‑Playbook 2026 für Studios

Von der Kursplanung und dem Design des Kursraums bis hin zur Rekrutierung von Instruktor*innen und der Integration virtueller Angebote, eine klare Group‑Training‑Strategie ist entscheidend für den Erfolg. Brett Sutton, CEO der führenden Studiokette Les Mills New Zealand (LMNZ), zeigt, wie Betreiber*innen ihre Wirkung maximieren und sich in einem wettbewerbsintensiven Markt abheben können.

Jo Bryce

Welche Rolle spielt Group Training in deinen Studios?

Brett Sutton (BS): Es spielt eine zentrale Rolle. Ein wichtiges Ziel besteht darin, in unseren Peak‑Zeiten eine hohe Auslastung zu ermöglichen, deshalb schaffen wir Räume, in denen viele Menschen gleichzeitig trainieren können. Wir balancieren Design, Flächennutzung und Kursplanmanagement so aus, dass wir hohe Belastungen bei Umkleiden, Parkplätzen und weiteren Bereichen gut auffangen können. Group Training macht daher rund 50 Prozent unserer gesamten Studiobesuche aus.

Wir sehen unser Group‑Training‑Modell als klaren Vorteil im Markt und stellen es entsprechend in den Vordergrund, damit es sichtbar bleibt. Unser Leistungsversprechen ist breit, und wir zeigen das gesamte Studioangebot, doch Group Training ist ein Element, das besonders heraussticht.

Brett Sutton, CEO, Les Mills New Zealand.

Welche Rolle spielt Group Training für eure Community?

BS: Es ist ein zentraler Bestandteil, wenn es darum geht, unsere Mitglieder zu motivieren. Sie möchten mit Menschen trainieren, die ähnlich ticken. Oft kennen sie niemanden im Kurs, aber die Verbindung zu den anderen Teilnehmenden und zu den Instruktor*innen stärkt bei uns immer wieder das Gemeinschaftsgefühl. Eine der wichtigsten Aufgaben unserer Instruktor*innen ist es, ein durchgehendes Erlebnis zu schaffen. Dazu gehört, Menschen in der Class willkommen zu heißen, sich ihre Namen zu merken und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie dazugehören und im Raum willkommen sind.

Das macht einen enormen Unterschied, besonders für Menschen, die sich ohnehin unsicher fühlen, wenn sie in den Kursraum kommen. Dasselbe gilt für das Ende einer Class. Die Teilnehmenden persönlich zu verabschieden und ihnen zu zeigen, dass wir uns auf ihren nächsten Besuch freuen, ist unglaublich wichtig.

Was macht ein großartiges Group‑Training‑Umfeld aus?

BS: Es beginnt mit der Kursplanung, gefolgt von großartigen Instruktor*innen. Entscheidend ist, dass du Instruktor*innen hast, die die passenden Kategorien und Programme abdecken, die zu den Bedürfnissen deiner Mitglieder passen. Sobald klar ist, welche Programme zu deinem Mitgliederprofil passen, geht der Fokus auf das Umfeld. Wenn du zum Beispiel an HIIT‑Workouts denkst, wollen Menschen das Gefühl haben, wie Athlet*innen in den Raum zu treten. In unseren Studios legen wir extrem viel Wert auf das Umfeld – jedes Detail von Equipment, Setup, Licht und Sound. Wir achten auf all diese Punkte, damit Mitglieder in ein wirklich immersives Training eintauchen können. Das hilft ihnen, sich mental zu fokussieren, weil keine Ablenkungen im Weg stehen – und dieser ganzheitliche Ansatz hebt das Trainingserlebnis auf ein höheres Niveau.

Wie messt ihr die Wirksamkeit von Group Training?

BS: Wir nutzen ein Dashboard, das die Kursauslastung für jede Class des Tages erfasst. Wir betrachten die Entwicklung über längere Zeiträume, um zu sehen, ob ein Kurs stabil bleibt oder die Erwartungen übertrifft. Wenn die Zahlen sinken, prüfen wir, ob es am Timeslot, an den Instruktor*innen oder am Programm liegt. Wenn wir langfristige Veränderungen sehen, analysieren wir diese drei Elemente, um zu entscheiden, ob Anpassungen nötig sind.

Wir reagieren außerdem auf Markttrends und hören genau hin, was sie uns in Bezug auf Programmgestaltung sagen. Wenn wir Entwicklungen wie die gestiegene Nachfrage nach Pilates sehen – und wir sehen diese Nachfrage sehr deutlich – tauschen wir Programme aus, die einen ähnlichen Zweck erfüllen, damit wir weiterhin Menschen ansprechen, die Mind-Body‑Formate suchen, und gleichzeitig flexibel auf aktuelle Nachfrage reagieren.

Welche Tipps habt ihr für den Wettbewerb in einem dichten Markt?

BS: In einem Umfeld, in dem Low‑Cost‑Studios hauptsächlich Gewichte und Geräte anbieten, liegt unsere Stärke in unserem Leistungsversprechen und unserer klaren Differenzierung. Betreiber*innen sollten sehr genau darauf achten, wie sie kommunizieren, welchen Mehrwert Mitglieder für ihren Beitrag erhalten. Ein zentraler Differenzierungsfaktor für uns ist die Art und Weise, wie wir Group Training erlebbar machen, sowie die Qualität und Vielfalt der Workouts, unterstützt durch ein starkes Angebot auf der Trainingsfläche. Entscheidend ist, besser zu sein als das Studio nebenan, sei es durch Equipmentqualität, Raumaufteilung oder Flächengröße. All das hebt die Umgebung an und stärkt die Wertwahrnehmung.

Klarheit darüber, wo man im Markt steht, ist entscheidend. Wenn nebenan ein Low‑Cost‑Studio eröffnet, ist es wichtig, konsequent zum eigenen Angebot zu stehen und nicht reflexartig Preise zu senken. Es geht nicht darum, um jeden Preis zu unterbieten. Das eigene Leistungsversprechen muss klar sichtbar sein und über Marketing, Menschen und Produkt überzeugend vermittelt werden

Wie geht ihr bei der Rekrutierung von Instruktor*innen vor?

BS: Der Ausgangspunkt ist das Umfeld, das wir anbieten. Teilnehmende müssen sich allein durch das Mitmachen inspiriert fühlen. Wenn der Raum besonders wirkt, können sich Menschen plötzlich vorstellen, selbst Instructor zu werden, und wir bekommen viele Leads über genau diesen Mechanismus. Außerdem spielen unsere Group‑Training‑Manager eine wichtige Rolle. Sie stehen regelmäßig hinten im Kurs und beobachten die Teilnehmenden. Wenn jemand besonders hervorsticht, sprechen wir die Person an und fragen, ob sie sich vorstellen könnte zu unterrichten und ob das grundsätzlich interessant wäre. Wenn ja, bieten wir Unterstützung an und begleiten sie über unser Instructor‑Development‑Programm.

Wie bringt ihr unerfahrene Mitglieder in eure Kurse?

BS: Wir sehen, dass junge Männer sich oft schwer tun, den Kursraum zu betreten. Dem begegnen wir, indem wir gezielt die Wirkung unserer Instruktor*innen nutzen. Wenn wir junge männliche Instructor in Programmen wie THE TRIP oder LES MILLS CEREMONY haben, folgen ihnen andere. In solchen Fällen spricht es sich schnell herum, dass dort jemand großartig unterrichtet, und sobald die Teilnehmerzahlen steigen, bleiben sie meist stabil.

Darüber hinaus ist ein strukturiertes Onboarding entscheidend, um junge Männer in Kurse zu bringen und ihnen zu zeigen, was im Kursraum wirklich passiert. Wir achten darauf, was sie erreichen möchten, und zeigen, wie sich ihre Ziele mit dem Training auf der Fläche und im Kursraum in Einklang bringen lassen. Wir fragen zum Beispiel, ob sie darüber nachgedacht haben, ihr Strength Training mit Core‑Work oder Pilates zu ergänzen. Wir wollen Vorurteile abbauen und öffnen das Feld für die Möglichkeiten, die unsere Kursräume bieten und die für sie interessant sein könnten

Wie passen Group-Cycling-Workouts in eure Strategie?

BS: Sie sind eine zentrale Säule. Es gibt drei entscheidende Elemente, um Group‑Cycling erfolgreich umzusetzen: Umfeld, Programmgestaltung und Instruktor*innen. Das Umfeld muss inspirierend wirken. Es geht nicht einfach um einen Raum mit ein paar Bikes und zwei Lautsprechern. Es geht um einen Raum, der ein wirklich immersives Training ermöglicht. Die Anordnung der Lautsprecher und die Verteilung des Sounds können das Erlebnis bis hin zu einem Konzertgefühl verstärken. Eine Lichtgestaltung, die sich während des Workouts anpassen lässt, ist entscheidend dafür, wie sich Menschen im Training fühlen und unterstützt das Gefühl, in diesem Raum wie ein*e Athlet*in zu trainieren.

Zudem ist es wichtig, in die Ausbildung der Instructor zu investieren. Jemanden einfach mit einer Class loszuschicken, reicht nicht aus. Teams müssen so entwickelt werden, dass sie als erstklassige, athletische Instruktor*innen vorne im Raum stehen und Menschen motivieren, zu ihren Workouts zu kommen.

Das Besondere an Group‑Cycling ist, dass es unser profitabelster Bereich pro Quadratmeter ist. Nirgendwo sonst bekommen wir so viele Menschen gleichzeitig unter. Diese Kapazität und Dichte im Cycle‑Studio ist enorm wertvoll. Durch die Dunkelheit und die einfachen Bewegungen ist es außerdem ein Raum, in dem sich Menschen weniger eingeschüchtert fühlen als in anderen Kursen. Viele besuchen mindestens einmal pro Woche eine Cycling‑Stunde, um ihr Training auszugleichen und Spaß zu haben.

Wie gelingt euch der Spagat zwischen inspirierendem und inklusivem Marketing?

BS: Wichtig ist, dass wir verstehen, wie unsere Marke im Markt wahrgenommen wird. Wir beziehen Forschung und Feedback ein, um ein klares Bild davon zu haben. Wir haben zwar eine interne Sicht, aber es ist entscheidend, diese mit der Consumer Perspektive abzugleichen. Wir sind eine ambitionsgetriebene Marke, gleichzeitig müssen wir in unseren Studios nahbar und inklusiv wirken. Dafür haben wir recherchiert und eine Marketingstrategie entwickelt, die beides kombiniert. Mit unserer 'Be Imperfect'-Kampagne, die wir Ende letzten Jahres gestartet haben, hatten wir anschließend unseren erfolgreichsten Januar. Die Kampagne hat offensichtlich Menschen erreicht, die wir zuvor schwieriger angesprochen haben. Häufig weicht die Vorstellung dessen, was sie bei uns erwartet, davon ab, wie es sich tatsächlich anfühlt, sobald sie im Studio stehen – insbesondere, wenn sie merken, dass dort viele Menschen trainieren, die ihnen ähnlich sind.

Wie können Studios das Potenzial von virtuellem Group‑Training maximieren?

BS: Virtual ist ein wichtiger Bestandteil unseres gesamten Kursplans. Es unterstützt Randzeiten und Off‑Peak‑Phasen. Live‑Kurse bleiben für uns das stärkste Format, aber wir wissen, dass es Zeiten gibt, in denen nicht genug Menschen im Studio sind, um live zu unterrichten, besonders in Off‑Peak‑Zeitslots. Virtual erweitert unser Angebot auf eine kosteneffiziente Weise.

Wir haben gelernt, dass Menschen die Flexibilität schätzen, zu jeder Tageszeit ins Studio kommen zu können, um ein Workout zu machen. Sie sehen Virtual als Einstieg in Live‑Kurse. Sie probieren die Workouts aus, gewöhnen sich an das Equipments und bekommen ein Gefühl für die Bewegungen, bevor sie den Schritt in die Live‑Umgebung machen. Das gibt ihnen Sicherheit und stärkt ihr Selbstvertrauen beim Übergang. Und man darf nicht vergessen, dass die Instruktor*innen auf dem Bildschirm zu den besten der Welt gehören.

Wir sehen deutliche Erfolge mit Virtual, besonders bei THE TRIP. In unseren Studios hat THE TRIP durchschnittlich zehn Teilnehmende pro virtuellem Workout, was bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, dass diese Workouts in Off‑Peak‑Zeiten laufen und dass es ein reduziertes Erlebnis im Vergleich zu einem Full‑Screen‑Setup ist.