Wie Du dir auf Social Media einen Namen machst

Es scheint, als würde sich die ganze Welt gerade auf Social Media Kanälen nur so tummeln und jeder will gehört gesehen werden. Die Coronakrise bietet aber viel mehr als das. Neben dem Teilen deiner nächste Superfood-Mahlzeit hast du die Chance, deinen eigenen Namen zu stärken. Lies weiter und erfahre wie du dich von der Masse abheben kannst.

Kenne deine Absichten und das worüber du sprechen möchtest

“Viele Leute wissen gar nicht, was sie mit ihren Posts erreichenkönnen” sagt Chris Ashara (Head of Social and Content bei LES MILLS International). “Ob du andere mit deinen gesunden Rezepte einfach zum gesünderen Essen inspirierst oder deine Follower zum Sport motivierst - das worauf es immer ankommt ist die Kommunikation deines WARUM. Denn die Antwort darauf wird dir bei jedem Post, den du erstellst, zur Seite stehen, sich im Kopf verankern und dir die Entscheidung erleichtern, was du posten möchtest.“

Die meisten Profile widmen sich verschiedenen zuvor definierten Unterthemen. Das hilft dabei, fokussiert zu bleiben und deinen Followern einen groben Überblick zu geben, was sie auf deinem Account erwarten dürfen. Wähle nur ein paar Themen aus. Wenn du dir zu viele Themen als Steckenpferd setzt, endet es oftmals damit bei allen Themen an der Oberfläche zu bleiben, was gleichzeitig leider auch bedeutet, dass du viel über nichts erzählst.

„Meine Marke dreht sich darum, Menschen mit meiner Leidenschaft für Leichtathletik zu inspirieren“, sagt Les Mills Ambassador Erin Maw. „Ich bringe die Seite zum Vorschein, die es liebt hart zu trainieren und ich poste nur Dinge, die sich für mich authentisch und real anfühlen.“ Ein Beispiel: ich bin keine überaus emotionale Person, wenn du also nach Küsschen und Umarmungen suchst, dann folge lieber Rach [Newsham] und Caley [Jack]! Ich schreibe keine langen, emotionalen Posts, das bin ich einfach nicht. Ich bin halt eher der direkte, freche Typ und genau das bekommt ihr auf meinem Social Media Kanal.“

Warum folgen Leute dir und welchen wertvollen Content kannst du ihenen bieten?

Kenne deinen eigenen Stil

Jeder, der Les Mills Ambassador Marlon Woods auf Instagram folgt, wird verstehen, warum gerade er das beste Beispiel dafür ist, seinen Stil zu kennen. Marlon ist dafür bekannt, dass er gerne seine Grenzen austestet. Er kommuniziert klar und deutlich seine Meinung und äußert und vertritt klar sein Standing.

Finde deinen Stil und bleibe dabei: wenn du ständig zwischen witzig, inspirativ oder voyeuristisch hin und her springst, ist es schwierig zu verstehen, wer du wirklich bist. Social Media Experte Chris empfiehlt: „Konsistenz in Ton und Personalität baut deinen Namen auf.”

Wenn du allerdings zunächst unsicher bist, was dein Stil ist, teste einfach ein paar Formate und beobachte, was sich am besten anfühlt und womit du dich am meisten identifizieren kannst. „Es ist ok schnell zu scheitern,” sagt Chris. “Finde deinen Groove, setz dich damit auseinander und dann: mach dich groß.“

Auch Marlon musste einige Testläufe hinlegen, bevor er seine authentische Instagram-Stimme gefunden hat. „Ich bin seit 2016 auf Instagram und zu Beginn wollte ich nur mein Gym promoten. Bodybuilding und Power Lifting waren mein Leben, also ging es auch auf meinem Account nur um dieses Thema. Aber ich musste feststellen, dass es sich für mich nicht gut, nicht richtig anfühlte. Als ich dann anfing Kurse zu geben, fing ich an Einblicke in die Classes zu geben, wie ich unterrichte, was ich anziehe… und auch das passte einfach nicht zu mir. Letztendlich dachte ich mir „Hey, ich werde Social Media ernst nehmen und mich dafür selbst hinterfragen: Was mag ich? Wer bin ich?“

Kenne deine Follower

Warum folgen Leute dir und was interessiert sie?

Wenn du ein Foto deines Frühstücks hochlädst, stößt es dann auf Resonanz bei deinen Followern? Wenn du ein Ernährungsexperte bist, ist die Antwort darauf wahrscheinlich „Ja“, aber wenn Ernährung nicht zu einem deiner definierten Themengebiete gehört, wird es für deine Zielgruppe weniger interessant sein.

Wenn du nicht weißt, was deine Community sehen oder hören möchte, frag sie einfach! Du kannst ganz einfach Umfragen kreieren und nachfragen, was für Inhalte sie von dir sehen möchten. Achte auf die Fragen, die dir gestellt werden – diese geben dir die Antwort darauf, welche Themen auf deinen Account gehören und worauf du dementsprechend den Fokus legen solltest.

Der größte Fehler ist, dass du deinen Feed ständig bearbeitest und alles, worauf du Lust hast, in deiner Story postest.

BLEIBE PRÄSENT - JEDERZEIT

Beantworte Fragen, reagiere auf Kommentare, sein einfach da. „Der Grund warum du dich auf Social Media Kanälen aufhältst, ist der Austausch“, sagt Chris. „Wenn du mit deinen Followern nicht interagierst, dann erscheinst du einfach nur als ein weiteres nettes Bildchen in einem Feed. Erst wenn Leute mit dir Kontakt aufnehmen hast du es geschafft, denn dann möchten sie mehr erfahren – auf einem persönlichen Level.“

WELCHE PLATTFORM IST DIE PASSENDE FÜR MICH?

Es gibt mittlerweile so viele verschiedene Plattformen und alle verfolgen einen anderen Zweck, bedienen eine andere Zielgruppe und bieten verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten. Die ersten, die einem einfallen sind Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, LinkedIn und TikTok. Es kann ganz schön reizüberflutend und zeitintensiv sein, sich mit all diesen Plattformen auseinanderzusetzen. Welche Plattform sich am besten für dich eignet ist von deinem Stil, deiner persönlichen Präferenz und wie du am liebsten mit deiner Community interagieren möchtest abhängig:

Facebook ist ursprünglich entstanden, damit du dich mit deinen Freunden, Familie und einer engen Community austauschen kannst.

Twitter ist wie ein ein Lauffeuer, ein „always on“-Feed mit konstantem Austausch.

Instagram ist eine Mischung aus dem Teilen von Bild-/Videomaterial und Interaktion.

Snapchat und TikTok drehen sich um kurze, inspirative Kreativität.

LinkedIn ist für den beruflichen Austausch gedacht.

Berücksichtige, wie du dich auf den sozialen Medien verhalten und präsentieren willst und was deiner Persönlichkeit am nächsten kommt. Dann fokussiere dich nur auf ein paar wenige Plattformen. Eine Präsenz auf sozialen Medien nimmt viel Zeit und Hingabe in Anspruch. Deshalb wähle mit Bedacht, denn weniger ist mehr: Beginne mit ein oder zwei Accounts, bevor du viele Kanäle mit qualitativ weniger guten Inhalten füllst.

WENIGER IST MEHR

Ständig und zu jedem Thema zu posten ist nicht unbedingt das beste Vorgehen. „Beispielsweise ist der größte Fehler, dass Nutzer sich ständig um ihren aktuellen Feed kümmern wollen, sodass zu jeder Zeit neue Inhalte online sind. Das hat oft zur Folge, dass einfach irgendwas gepostet wird,“ sagt Chris. „Die Story Funktion ist nicht dafür angelegt, jeden Gedanken, der aufploppt in der Story zu präsentieren, die Story sollte schon als eine solche aufgebaut sein: mit einem roten Faden und einer zusammenhängenden Erzählung“.

Chris rät, “Frage dich: was ist meine Geschichte? Suche dir eine Geschichte pro Tag aus und überlege dir dann, wie du das am besten in der Story präsentierst. Teile keine 40 Stories, es sei denn du willst es darauf anlegen, dass jeder an deinem gesamten Leben teilhaben kann. Denke an dein WARUM und dein Ziel, das du mit deinen Inhalten verfolgst. So kannst du einfach selektieren was nicht online geht“.

Genauso wichtig, wie das was du zeigst, ist das, was du nicht zeigst.

Stehe zu deiner Meinung

Sei dir selbst treu. “Wenn du keinen Standpunkt zur Welt hast, dann trägst du nur Lärm bei”, rät Chris. “Wenn du aber herausstechen möchtest, dann brauchst du eine klare, starke Meinung.“

“Deine Stimme auf Social Media Kanälen zu finden ist vergleichbar wie deine Stimme als Instruktor zu finden“, sagt Creative Director Kylie Gates. “Wenn du anfängst zu unterrichten, beginnst du, deine Idole zu kopieren, sagst die Dinge, die sie gesagt haben und hörst dich tatsächlich auch sehr ähnlich an. Aber mit der Zeit und mit Erfahrung wächst dein Selbstvertrauen. Du probierst aus, wirst dir bewusst, wofür du stehst und stehen willst und dann spricht deine eigene Stimme mit deinen eigenen Formulierungen und dem eigenen Klang. Genauso läuft es auf Instagram. Ich poste auf Instagram eine Erweiterung meiner Selbst – es ist meine Stimme, meine Fotos und meine Möglichkeit, mich mit einer größeren Community zu verbinden und zu zeigen wofür ich stehe.“